Die Lage auf der koreanischen Halbinsel spitzt sich weiter zu

Es war der wohl stärkste Atomwaffentest Nordkoreas bisher: Am Sonntag testete das Land nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe. Diese ist noch zerstörerischer als die „herkömmliche“ Atombombe. Das aufgefangene Signal war etwa zehnmal so stark wie beim bislang stärksten Atomtest. Die am Sonntag in Nordkorea getestete Bombe soll eine Sprengkraft von über 50 Kilotonnen gehabt gehabt haben. Möglich ist jedoch auch, dass Pjöngjang eine herkömmliche Atombombe getestet hat, deren Sprengkraft durch Beigabe der Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium verstärkt wird, jedoch öffentlich etwas anderes behauptet.

Im Anschluss an den nordkoreanischen Test gab das südkoreanische Verteidigungsministerium bekannt, dass es sich nun in Richtung einer militärischen Lösung und weg von der sogenannten „Berlin-Initiative“ bewegt. Diese hatte der südkoreanische Präsident Moon Jae-in im Juli während eines Besuchs in Berlin im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel erklärt: Danach solle Nordkorea sein Atomprogramm herunterfahren und im Gegenzug wirtschaftliche Unterstützung und Sicherheitsgarantien erhalten. Außerdem solle ein Friedensvertrag angestrebt werden. Die nordkoreanische Regierung bezeichnete dies als „Sophistik“. Die Initative sei zwar „im Namen des Friedens“, würde jedoch letztlich konfrontativ orientiert sein und sich auf ausländische Mächte stützen.

Durch seine atomare Aufrüstung will Nordkorea in die Liga der militärisch stärksten Mächte aufsteigen. Offizielle Atommächte sind aktuell USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und die Volksrepublik China. Doch auch Indien, Pakistan und Israel besitzen Atomwaffen, sind jedoch nicht Mitglieder des „Atomwaffensperrvertrags“ (in Kraft getreten am 5. März 1970). Nordkorea war dem Atomwaffensperrvertrag 1985 beigetreten, hat aber 2003 seinen Austritt erklärt und seitdem – wieder eigenen Angaben zufolge – drei Kernwaffen erfolgreich getestet. Deutschland unterzeichnete den Atomwaffensperrvertrag bereits 1969, ist durch das Konzept der „nuklearen Teilhabe“ aber gleichzeitig in das Atom-Programm der NATO mit einbezogen. Zum ersten und einzigen Mal wurden Atomwaffen bisher von den USA am 6. und 9. August 1945 bei den Angriffen auf Hiroshima und Nagasaki (Japan) eingesetzt. Dabei kamen 100.000 Menschen sofort und 130.000 an den Folgeschäden ums Leben.

 

 

In einer früheren Version hieß es, dass auch der Südsudan Atomwaffen besitzen würde. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.