In St. Louis protestieren Tausende gegen den Freispruch des Polizisten, der Anthony Smith erschossen hat. 

Anlass der Proteste und Demonstrationen ist, dass der Polizisten Jason Stockley, der 2011 den schwarzen Anthony Lamar Smith (24) mit fünf Schüssen getötet hat, freigesprochen wurde.
Das Urteil wird von vielen Demonstranten als ungerecht empfunden. Nach drei Tagen friedlicher Demonstrationen und Gedenkzeremonien schlug stellenweise die Stimmung um. Die Polizei spricht von schwerwiegenden Sachbeschädigungen und nahm dies zum Anlass, die Versammlung aufzulösen. Weil sich Demonstrierende der Auflösung widersetzten, kam es zu mehr als 100 Festnahmen.

Prozess und Urteil werden als ungerecht empfunden
Die Beweislage gegen den Beamten war zunächst belastend. Eine Videokamera im Dienstwagen nahm auf, wie er wenige Minuten vor der Tat sagte, er würde „diesen Mutterficker umbringen“.
Die Tatwaffe, eine AK 47, hätte er im Dienst außerdem nicht mit sich führen dürfen. Vor Gericht sagte der Angeklagte jedoch aus, „nichts Falsches getan“ zu haben, er habe aus Notwehr gehandelt. Er erkenne die Straftat an, eine private Waffe mitgeführt zu haben, doch hätte er keine moralische Schuld zu tragen.

Schwarze Jugendliche sind überdurchschnittlich oft Opfer von Polizeigewalt
Es ist nicht der erste Protest, der stattfindet, weil junge schwarze Männer auf der Straße Leidtragende von Polizeigewalt werden. Sie sind fünfmal so häufig Opfer von polizeilicher Aggression mit tödlichen Folgen wie weiße Männer. Gerade einmal 2% der amerikanischen Bevölkerung sind Jugendliche mit afrikanischem Hintergrund, jedoch 15% derjenigen, die von Polizisten getötet wurden.
Organisationen wie „Black Lives Matter“ fordern schlicht und eindringlich: „Ihr müsst aufhören uns zu töten“. Es ist Ausdruck der Angst ums Überleben, die Schwarze in Amerika offensichtlich haben – vor allem in Gegenwart der Polizei.


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