Fast 17% aller Haushalte in Deutschland bekamen Sperrandrohungen.

Rechnung nicht bezahlt, Mahnung ignoriert – Strom abgestellt. Das ist in 330.000 Haushalten in Deutschland im Jahr 2016 geschehen. Dies ergab der Jahresmonitoring-Bericht der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts. Damit liegt der Wert nur knapp unter dem Höchststand von 2014 mit rund 350.000 Stromsperrungen.

Zu einer Stromsperrung kann es kommen, wenn Zahlungsrückstände von mindestens 100 Euro vorliegen, mehrere Mahnungen versandt wurden und eine Sperrandrohung mit letzter Zahlungsfrist erlassen wurde. Zu solchen Sperrandrohungen kam es im vergangenen Jahr  ganze 6,6 Millionen Mal. Das sind rund 17% aller Haushalte in Deutschland.

Wesentlicher Hintergrund sind die stark gestiegenen Strompreise: Seit dem Jahr 2000 haben sich die Preise von 15 Cent pro Kilowattstunde auf um die 30 Cent verdoppelt. Damit liegen die Strompreise fast 50% über dem EU-Durchschnitt. Bei der Industrie sieht es anders aus. Dort lag im Jahre 2014 der Preis pro Kilowattstunde mit 6,27 Cent deutlich unter dem EU-Mittelwert von 9,37 pro Kilowattstunde.