Die Zahl der ländlichen und dünn besiedelten Gebiete in Deutschland wächst, die dortige Infrastruktur nimmt dabei ab.

Die Zahl der Gebiete, in denen weniger als 100 Menschen pro Quadratkilometer Fläche wohnen, nimmt deutlich zu. Das ist eine Auswirkung des massiven Zuzugs in die großen Städte. Heute leben in Deutschland rund 11,6 Millionen Menschen in solchen „dünn besiedelten“ Gebieten. Das geht aus dem aktuellen „Raumordnungsbericht“ der Bundesregierung hervor.

Laut dem Bericht leben bereits heute in 68 Kreisen weniger als 100 EinwohnerInnen pro Quadratmeter. Bis ins Jahr 2035 wird erwartet, dass etwa jeder siebte westdeutsche und mehr als jeder zweite ostdeutsche Kreis eine solch niedrige Bevölkerungsdichte aufweisen wird. In Westdeutschland wird dann mit 51 und in Ostdeutschland mit 42 solch dünn besiedelter Kreise gerechnet.

Der Bericht nennt nicht nur den Trend dieser Gebietsentwicklung, sondern zeigt auch deutlich die Probleme auf, die dadurch erwachsen oder in manchen Gegenden neu entstehen werden. So heißt es in dem Bericht recht drastisch: „Dort, wo die Bevölkerungsdichte schon heute gering ist und noch weiter absinkt, wird sich auch die Frage stellen, inwieweit noch eine Tragfähigkeit für die unterschiedlichen Einrichtungen der Daseinsvorsorge gewährleistet werden kann.“

Konkret ist damit gemeint, dass lebensnotwendige Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Krankenhäuser, Schulen, Feuerwehren nicht mehr unbedingt in der näheren Umgebung zu finden sein werden. Dies wird insbesondere alten und kranken Menschen das Leben schwer machen.

Doch nicht nur alte und kranke Menschen sind betroffen. So ist es laut einem Bericht des Magazins Focus schon heute in vielen Regionen in Nord- und Ostdeutschland so, dass Grundschulen mehr als fünf Kilometer vom Wohnort der SchülerInnen entfernt sind. Bei weiterführenden Schulen ist die Entfernung oftmals noch um ein Vielfaches höher.