Peter Steudtner und weiter MenschenrechtsaktivistInnen sind aus der türkischen Untersuchungshaft entlassen worden.

Mehr als vier Monate saßen Peter Steudtner und neun weitere MenschenrechtsaktivistInnen in der Türkei in Untersuchungshaft. Nun wurden sie beim Prozessauftakt nach mehr als elf Stunden Verhandlung freigelassen. Lediglich der Amnesty Türkei-Vorsitzende Taner Kilic muss weiter in Untersuchungshaft bleiben, da gegen ihn ein weiteres Verfahren läuft.

Vor rund vier Monaten waren die Amnesty International (AI)-AktivistInnen während eines Menschenrechtsseminars auf der Insel Büyükada, vor der Küste Istanbuls, von Anti-Terror-Einheiten der Istanbuler Polizei festgenommen worden. Der Vorwurf wie so oft: Unterstützung und Propaganda für eine Terrororganisation, zudem sollen sie den „Umsturz der Regierung“ geplant haben. Beweise dafür scheint es nicht zu geben.

Da Peter Steudtner und sein schwedischer Kollege Ali Gharavi ohne Auflagen vom Gericht entlassen wurden, können sie die Türkei sofort verlassen. Die beiden werden am heutigen Morgen in Berlin erwartet. Ihre türkischen KollegInnen sind dagegen nur unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden, dürfen das Land nicht verlassen und müssen sich regelmäßig bei der Polizei melden.

„Peter ist von jetzt an ein freier Mann“ verkündet Steudtners Anwalt, Murat Deha Boduroglu, nach dem Prozess-Ende. „Das ist ein Sieg für uns alle. Es hat sich gelohnt, dass wir die Hoffnung nie verloren haben.“, so Boduroglu.

Hingegen sitzen mit den beiden JournalistInnen Mesale Tolu und Deniz Yücel noch immer insgesamt zehn deutsche StaatsbürgerInnen in der Türkei in Haft. Dazu kommen hunderte einheimische JournalistInnen und weit über 100.000 weitere Gefangene, die auf ihre Prozesse wegen angeblicher Mitgliedschaft und Unterstützung von terroristischen Organisationen warten.