Fünf Menschen wurden bei Demonstrationen gegen Präsident Faure Essozimna Gnassingbé getötet.

Seit Monaten demonstrieren die Menschen im westafrikanischen Togo gegen den Staatspräsident Faure Gnassingbé. Sie fordern seinen sofortigen Rücktritt.

Schon bei Demonstrationen Anfang September kam es zu mehreren Toten – bis zu 100.000 Togolesen waren damals auf den Straßen Lomes, der größten Stadt Togos. Auch bei den Demonstrationen am 18. und 19.10. soll es zu bis zu fünf Tote gegeben haben. Die Opposition, die sich aus 14 Parteien zusammensetzt, hatte zu den Demonstrationen aufgerufen. Und der Oppositionsführer Jean-Pierre Fabre meint: Würde der Präsident noch in diesem Jahr zurücktreten, dann „wäre das gut für ihn und für uns alle“.

Faure Essozimna Gnassingbé ist seit dem Tod seines Vaters, Gnassingbé Edema, im Jahr 2005 an der Macht. Gnassingbé Edema selbst – der Vater – kam nach der Ermordung des damaligen Premierministers durch einen von ihm angeführten Putsch 1963 an die Staatsspitze. Während seiner Diktatur wurden immer wieder Leichen von Oppositionellen an den Strand gespült, heißt es von den dort lebenden Menschen.

„Wir jungen Menschen haben überhaupt keine Chance“, so der junge Demonstrant und Journalist Jacque Dossey gegenüber der Taz. Mit 7,6 Millionen Menschen ist Togo eines der kleinsten afrikanischen Länder. In dem Entwicklungsindex der UNO belegt Togo Platz 166 von 189. Es gebe zu wenig Arbeit und vor allem keine Perspektive, so Dossey.

Seit Monaten gehen die Menschen gegen die Regierung und für die Menschenrechte auf die Straße. Laut „Amnesty International“ kam es immer wieder zu Folter und willkürlichen Inhaftierungen (Link).