Automatisierung vernichtet nicht nur Arbeitsplätze, sondern kann auch neue Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor entstehen lassen.

Wolfgang Dauth vom „Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (IAB), Sebastian Findeisen von der Universität Mannheim, auch Nicole Woessner und Jens Südekum von der Universität Düsseldorf haben sich mit dem Thema Roboter in der Industrie befasst. Herausgekommen ist, dass in den Jahren 1994 – 2014 275 000 Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt wurden.

Während in Deutschland in der Industrie Arbeitsplätze durch Roboter übernommen wurden, sind circa genauso viele Plätze im Dienstleistungssektor freigeworden. Die Anzahl der Arbeitsplätze hat sich also nicht stark verändert. In den USA allerdings haben durch die Automatisierung und den Einsatz von Robotern viele Menschen reihenweise ihre Jobs verloren. An der Zahl der Beschäftigten gemessen setzt die USA aber deutlich weniger Roboter in der Industrie ein als in Deutschland.

Laut der Studie verdienen die ArbeiterInnen in Deutschland weniger durch die Automatisierung. Vor allem FacharbeiterInnen und ArbeiterInnen mit mittleren Qualifikationen, in deren Bereich Roboter eingesetzt werden, sind betroffen. Hochqualifizierte MitarbeiterInnen und die Unternehmen selbst hingegen profitieren enorm von der höheren Produktivität und erzielen größere Gewinne.

Ausgewertet wurden die Daten der „International Federation of Robotics“, dem internationalen Verband der Robotic-Industrie. Dieser Verband stellt in 50 Ländern fest, wie viele Roboter in der Industrie installiert sind. Diese Daten wurden mit der Datenbank der Bundesagentur für Arbeit verknüpft. „Roboter seien keine Job-Killer“, berichten die Wissenschaftler. „Die Automatisierung sei ein wichtiger Grund dafür, dass die Lohnquote – der Anteil der Arbeitseinkommen am gesamten Volkseinkommen – in den vergangenen 20 Jahren gesunken ist. Einen Ausgleich dafür zu finden, sei eine wichtige Aufgabe für die Zukunft“, so die Hans Böckler Stiftung.