Auseinandersetzungen und Anzahl der Verletzten nehmen immer weiter zu. UN sehen Afghanistan „im Krieg“.

Durch immer mehr militärische Gefechte in vielen Regionen Afghanistans steigt auch die Zahl der Verletzten immer weiter an. Laut der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe „OCHA“ wurden allein bis Mitte November 69.000 Menschen durch militärische Auseinandersetzungen verletzt. Das entspricht einem Zuwachs von 21% im Vergleich zum Vorjahr. OCHA stellte die aktuellen Zahlen – gestützt auf Informationen aus afghanischen Kliniken und anderen Organisationen im Gesundheitssektor – gestern der Öffentlichkeit vor.

Aufgrund der sich in vielen Regionen entwickelnden Aktivität der Taliban und anderer Gruppen warfen die USA in diesem Jahr etwa drei Mal so viele Bomben über Afghanistan ab wie im letzten Jahr. Dadurch steigt auch die Anzahl der zivilen Opfer. Allein zwischen Januar und Ende September verzeichneten die UN 12.900 „Konfliktvorfälle“. Das entspricht durchschnittlich 80 militärischen Auseinandersetzungen pro Tag.

Wegen der sich immer weiter verschlechternden Sicherheitslage in Afghanistan haben die UN in einem Bericht an den Sicherheitsrat erst kürzlich die Einstufung des Landes geändert. So sei Afghanistan nicht mehr ein „Post-Konfliktland“, sondern ein Land im Krieg.

Um der sich verschlechternden Sicherheitslage etwas entgegenzusetzen, haben jetzt auch die NATO-Staaten auf Drängen der USA beschlossen, die eigene Truppenpräsenz im Land von 13.000 auf 16.000 Soldaten aufzustocken.