Am Dienstag Abend feuerte Nordkorea erneut eine Interkontinentalrakete ab. Die Vertreter des Westens äußerten sich empört. Südkorea reagierte mit eigenen Raketentests.

Der 28. November 2017 markiert mit dem erfolgreichen Test der „Hwasong-15“ (in der NATO wird sie als KN-20 bezeichnet) einen Meilenstein für das nordkoreanische Regime. In einer Erklärung im Staatsfernsehen hieß es, es habe sich um die bisher reichweitenstärkste Interkontinentalrakete des Staates gehandelt. Nordkoreas Ballistik könne nun jeden beliebigen Punkt des US-Kontinents treffen. Auf 13.000 Kilometer wird die Reichweite der Hwasong-15 geschätzt, sodass neben dem US-Weltteil auch das europäische Festland darunter fiele.

US-Präsident Donald Trump reagierte gelassen und versprach, man werde sich darum kümmern. US-Senator Lindsay Graham drohte hingegen: „Wenn wir Krieg führen müssen, um das alles zu stoppen, werden wir es tun“. Südkorea reagierte mit eigenen Raketentests. Der populäre Präsident des Landes, Moon Jae In, kündigte an, Nordkorea im Falle einer Eskalation zu erdrücken.

Der Sprecher der Bundesregierung, Thomas Seibert, twitterte: „Es ist wichtiger denn je, gegen die Bedrohung der internationalen Sicherheit durch Pjöngjang zusammenzustehen“. Und der Sprecher des UNO-Generalsekretärs verlautbarte: „Dies ist eine klare Verletzung von Resolutionen des Sicherheitsrats und zeigt eine komplette Missachtung für die geeinte Sicht der internationalen Gemeinschaft“. Für Mittwoch Nachmittag wurde eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats angekündigt.

Das ganze Jahr über hat es in Ostasien und im Pazifik militaristische Muskelspiele seitens der USA, Japans, Südkoreas, Chinas und Nordkoreas gegeben. Vor rund einer Woche hatte die US-Regierung Nordkorea erneut auf seine Terrorliste gesetzt und neue Sanktionen gegen das international isolierte Land beschlossen.