Jährliche Gewerkschaftsdemo richtet sich gegen Trump-Besuch in Japan und Kriegsvorbereitungen gegen Nordkorea.

Bei einer Kundgebung im Tokioter Hibiya-Park und einer anschließenden Demonstration durch das Regierungsviertel haben mehrere tausend japanische und internationale ArbeiterInnen ein Zeichen gegen die Angriffe von Kapital und Regierung auf ihre Lebensbedingungen sowie gegen die Kriegsvorbereitungen Japans und der USA gegen Nordkorea gesetzt.

Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Für die Wiederbelebung kämpfender Gewerkschaften! Sieg im nationalen Kampf um die Eisenbahn! Zehntausend ArbeiterInnen marschieren für den Stopp von Krieg, Privatisierung und Abbau von Arbeiterrechten!“. Die jährlich stattfindende, landesweite ArbeiterInnen-Demonstration feierte in diesem Jahr ihr zwanzigstes Jubiläum. Ins Leben gerufen hatten sie Ende der 1990er Jahre die drei kämpferischen Gewerkschaften der EisenbahnerInnen („Doro-Chiba“), Bau- und TransportarbeiterInnen („Kan-Nama“) sowie der Metall- und MaschinenarbeiterInnen („Minato-Godo“) (Link).

Seitdem hat sich die Bewegung vergrößert. Es beteiligten sich ebenfalls Bauern, die seit den 1970er Jahren einen harten Kampf gegen Landraub im Zuge des Flughafenbaus in Narita (Tokio) führen. AktivistInnen aus der atomar verseuchten Region Fukushima klagten bei der Kundgebung auch eine Vertuschungs- und Beschwichtigungspolitik des japanischen Staates und des AKW-Betreibers „Tepco“ an, die Krankheit und den Tod von BewohnerInnen Fukushimas in Kauf nähmen, um die Aufrechterhaltung der Atomindustrie in Japan und die daraus entspringenden Profite zu sichern (Link). Auf der Kundgebung sprachen ebenfalls japanische Studierende und AktivistInnen aus der Bewegung der Geflüchteten. Letztere hätten in Japan mit besonders harten Lebensbedingungen und Entrechtung zu kämpfen.

Als Gäste nahmen VertreterInnen des südkoreanischen Gewerkschaftsverbandes „KCTU“ teil, der im vergangenen Jahr die militanten Proteste dort angeführt hatte, die schließlich zum Sturz der Präsidentin Park Geun-hye geführt hatten. Ebenso waren GewerkschafterInnen von der Bahn aus Deutschland sowie ArbeiteraktivistInnen aus den USA angereist, um ihre Solidarität mit den ArbeiterInnen-Kämpfen in Japan zum Ausdruck zu bringen.

Die Demonstration fiel in diesem Jahr auf den Tag der Anreise des US-Präsidenten Trump nach Tokio, der dort Gespräche mit der wiedergewählten rechtsnationalistischen Regierung von Shinzo Abe abhalten wird.

Die Demonstration wandte sich anlässlich dieses Besuchs in diesem Jahr besonders gegen die Kriegsvorbereitungen der USA und Japans gegen Nordkorea sowie die Pläne der Abe-Regierung, per Verfassungsänderung die Militarisierung Japans voranzutreiben. Am Rande der Demonstration kam es an einigen Stellen zu Provokationen von rechten Nationalisten und Trump-Unterstützern.