Vor allem Frauen sind Gefahren ausgesetzt – Sozialbauten könnten Probleme lindern.

In allen größeren Städten Deutschlands ist derzeit zu beobachten, dass die Zahl der Menschen ohne feste Unterkunft steigt. Die Stadt Köln hat dabei in Nordrhein-Westfalen den höchsten Wert: Auf 10.000 Einwohner kommen hier 51 Menschen ohne Obdach. Etwa ein Viertel der Betroffenen ist jünger als 30 Jahre, zehn Prozent sind sogar minderjährig (Link).

Probleme in Notunterkünften – mehr Sozialwohnungen sind gefordert

Großstädte – so beispielsweise auch die Stadt Köln – geben gerade im Winter bekannt, dass niemand auf der Straße schlafen müsse. In dieser Stadt gibt es sieben Not-Schlafunterkünfte, allerdings werden diese vor allem von Frauen gemieden (Link). Für sie stellen Notunterkünfte Räume von geballter Kriminalität und sexualisierter Gewalt dar. Deshalb sind vor allem Frauen auf die Unterstützung durch Bekannte angewiesen, knapp 50 % kommen regelmäßig bei ihnen unter.

Vor allem Frauenforen fordern daher immer wieder, dass mehr Mittel in den Bau bezahlbarer Sozialwohnungen fließen. Die Wohnungsnot bundesweit nimmt zu und während der Markt an luxus-sanierten Wohnungen in Großstädten boomt, wird bezahlbarer Wohnraum immer seltener.  Mit verheerenden Konsequenzen, vor allem für Frauen und Jugendliche.

Notlage zwingt Frauen in die Sexarbeit

In der englischen Sprache ist das Wort „survival sex“ mittlerweile ein gebräuchlicher und juristischer Ausdruck. Dabei beschreibt der Begriff eine Form der Sexarbeit, die Frauen annehmen, um schlicht ihr Überleben zu ermöglichen, etwa im Austausch gegen Lebensmittel, Kleidung oder Unterkunft. Amerikanische Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte der Jugendlichen ohne Bleibe in diese Abhängigkeit gezwungen wurden, für Frauen sind die Zahlen ähnlich (Link).

Für Deutschland gibt es bislang keine vergleichbare Studie, obwohl das Problem auch hier bekannt ist.