Waffenkontrolleure dokumentieren den Einsatz europäischer Waffen in Syrien und dem Irak

Eine umfangreiche Dokumentation der Organisation „Conflict Armament Research“ (CAR) belegt den massenhaften Einsatz von europäischen Waffen im Bürgerkrieg in Syrien und dem Irak. Die Organisation arbeitet im Auftrag der Europäischen Union (EU) und hat dabei in den vergangenen drei Jahren mehr als 40.000 Munitionsfunde in den beiden Staaten dokumentiert und ihre Herkunft bestimmt.

Das Ergebnis der Untersuchung durch die CAR belegt, dass ein Großteil der Waffen, die in den vergangenen Jahren in Syrien und dem Irak eingesetzt wurden, aus Ländern der Europäischen Union stammen. Diese sollen nicht nur von der islamistischen Terrororganisation „Islamischer Staat“, sondern auch von Dutzenden weiterer Milizengruppen eingesetzt worden sein.

CAR hat zudem versucht, nicht nur die Herkunft der Waffen und Munition, sondern auch ihren Weg aus dem Herstellerland bis zum Kampfeinsatz zu verfolgen. Dabei stießen sie vor allem auf Waffenkäufe der USA und Saudi-Arabiens, die in erster Linie in Osteuropa Rüstungsgüter in Milliardenhöhe einkauften und diese dann an syrische und irakische Milizen lieferten. Dabei soll regelmäßig gegen sogenannte „Endverbleibszertifikate“ verstoßen worden sein, welche die USA und Saudi-Arabien dazu verpflichtet hätten, die Waffen innerhalb ihrer Streitkräfte zu behalten und nicht weiter zu verkaufen.

Laut CAR wissen die Hersteller und Regierungen – etwa in Rumänien und Bulgarien – spätestens seit 2014 auch offiziell von dem Weg, den ihre produzierten und exportierten Waffen nehmen. Eine Reaktion gab es darauf jedoch nicht, wie entsprechende Anfragen von CAR bei den UN-Botschaftern der USA und Saudi-Arabiens ergaben.

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