DemonstrantInnen fordern Rücktritt der Regierung. Mehrere DemonstrantInnen von Sicherheitskräften erschossen.

Die Proteste gegen die wirtschaftliche und politische Situation im Iran weiten sich immer weiter aus. Nach vier Tagen haben sie dutzende Städte im ganzen Land erreicht. Beschränkten sich die Forderungen der DemonstrantInnen zunächst vor allem auf ökonomische Forderungen, so fordern sie mittlerweile offen den Rücktritt der Regierung und die Entmachtung der islamischen Führer.

Die Demonstrationen sind die größten Proteste seit der großen Protestbewegung für Reformen im Jahr 2009 im Iran. In Dirud in der Provinz Loristan sollen am gestrigen Abend mindestens zwei Menschen getötet worden sein, als Sicherheitskräfte in eine Menschenmenge schossen, das berichtet die kurdische Nachrichtenagentur ANF. In Kirmanşan wurden gestern 20 Personen festgenommen und in die Zentrale des iranischen Geheimdienstes Itlaat gebracht.

Inzwischen beteiligen sich auch Tausende Frauen an den Protesten. Eine junge Frau, die auf der Straße ihr Kopftuch abnahm und als Fahne schwenkte, wurde zur Symbolfigur des Frauenwiderstands.

In einer Erklärung ruft die Partei für ein freies Leben in Kurdistan (PJAK) welche vor allem in den kurdischen Gebieten im Westen des Iran aktiv ist, zu einem gemeinsamen Kampf der im Iran lebenden Völker auf:

„Dieser Kampf hat eine große Bedeutung für die Solidarität und gemeinsame Organisierung der Völker des Irans und für die Verteidigung der demokratischen Kräfte. Als Partei für ein freies Leben in Kurdistan rufen wir, über das kurdische Volk hinaus, alle Völker des Irans dazu auf, in die Reihen des Freiheitskampfes einzutreten.“