Zoll gelingt Schlag gegen kriminelles Netzwerk im Baugewerbe in NRW.

Am Dienstag wurde in Nordrhein-Westfalen eine Großrazzia mit mehr als 1.100 beteiligten Polizisten durchgeführt. Beteiligt waren „mehrere Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Zolls, neun Staatsanwaltschaften sowie die Eliteeinheit der Bundespolizei, die GSG 9“, wie der Spiegel berichtet. Die landesweite Razzia richtete sich gegen ein Netzwerk von 450 Firmen, das dem Staat durch Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung rund 48 Millionen Euro vorenthalten haben soll.

Durchsucht wurden 140 Wohnungen und Geschäftsräume, mit einem Schwerpunkt bei Düsseldorf. Es gab acht Festnahmen und zahlreiche Beschlagnahmungen von Waffen, Fahrzeugen und Bargeld. Den Beschuldigten drohen Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren und Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe.

Das Bundesfinanzministerium schätzt den Gesamtschaden durch Steuerhinterziehung und ähnliche Delikte auf 875 Millionen Euro jährlich. Besonders negativ aufgefallen sei der Bausektor, der oft ausländische Arbeiter ausbeute und betrüge, was zuletzt zu dramatischen Arbeiterprotesten in Düsseldorf geführt hat (Link).

Die neueste Razzia ist Teil einer Serie von Schlägen gegen Steuerhinterzieher in der Bau-Branche. 2015 kam es zu einer internationalen Razzia in Deutschland, Italien und Holland. 2016 gab es im Münsterland und 2017 im Rhein-Main-Gebiet ähnliche Großrazzien im Baugewerbe.

Wie hoch der Schaden ist, den die “schwarz beschäftigten” ArbeiterInnen durch zu niedrige Gehälter und fehlende Versicherungen haben, wurde nicht errechnet.