Organisierte Faschisten besitzen hunderte Immobilien in Deutschland

Auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei hat die Bundesregierung erstmals eine Liste von Grundstücken, Häusern und Wohnungen zusammengestellt, die der faschistischen Bewegung in Deutschland gehören und zur Nutzung zur Verfügung stehen .

Auf der Liste, aus der das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) zitiert, sollen 136 Immobilien aufgeführt sein (Link). Laut dem RND fallen allein 18 Objekte auf Sachsen, 13 auf Bayern, neun werden für Mecklenburg-Vorpommern und acht für Thüringen gezählt. Einige der Häuser sollen sogar als Tagungsorte über Internetportale wie „booking.com“ gebucht werden können.

Unter den genannten Objekte sind unter anderem auch die Villa der Münchener Burschenschaft „Danubia“, zu der der Rechtsterrorist und Bundeswehrsoldat Franco A. Kontakte pflegte, ebenso ein Festival-Gelände in Themar, wo im vergangenen Jahr rund 6000 Faschisten an einem Rechtsrock-Festival teilnahmen.

Die Angaben scheinen jedoch extrem unvollständig zu sein. So sollen in der Liste zum Beispiel das Haus der „Identitären Bewegung“ in Halle und das Rittergut des „Instituts für Staatspolitik“ des rechten Verlegers Götz Kubitschek fehlen. Das deutet daraufhin, dass die eigentliche Zahl der Immobilien, die der faschistischen Bewegung zur Verfügung stehen, deutlich höher ist. Zudem hat das Bundesinnenministerium bei der Beantwortung der Anfrage zu 62 der Objekte keine näheren Angaben gemacht, „da die rechtsextremistische Szene daraus Rückschlüsse auf den Erkenntnisstand der Sicherheitsbehörden ziehen und ihre weitere Vorgehensweise gezielt darauf ausrichten könnte“. Zudem bestünde die Möglichkeit, „etwaige eingesetzte V-Personen zu identifizieren“.