Flüchtlinge, welche eine Arbeit haben, jedoch keine Wohnung finden können, müssen für ihre weitere Unterkunft in Containern der Stadt Bornheim mehr als das doppelte des durchschnittlichen Mietpreises zahlen.

Die Stadt Bornheim, zwischen Bonn und Köln liegend, hat eine neue Gebührensatzung für Flüchtlingsunterkünfte und Obdachloseneinrichtungen beschlossen. Demnach müssen Flüchtlinge, welche eine Arbeitserlaubnis haben und einen Job finden, jedoch weiter in einer städtischen Unterkunft der Stadt Bornheim leben einen Quadratmeterpreis von 20,60 € zahlen (15,53 € Grundgebühr plus eine pauschale Verbrauchsgebühr von 5,07 €). Laut der Bonner Rundschau werden diese Preise von der Nachbarstadt Königswinter nochmals übertroffen. Hier wird von arbeitenden Flüchtlinge sogar 21,34 € verlangt.

Das Problem ist besonders gravierend, da viele Geflüchtete keine Wohnungen finden, da ihnen Vorurteile und Rassismus entgegengebracht werden. Der Bonner Generalanzeiger hat errechnet, das etwa eine Familie mit drei Kindern mindestens 1500 € verdienen müsste, um sich den Zwangsaufenthalt in einem Container der Stadt leisten zu können.

Vergleicht man die Quadratmeterpreise welche die Städte Bornheim und Königswinter von Geflüchteten verlangen, mit dem Preis für normale Wohnungen, wird es noch absurder. Laut dem Portal immowelt.de liegt der durchschnittliche Mietpreis in Bornheim bei 8,15€/m². Flüchtlinge sollen also das doppelte zahlen. Das JobCenter Rhein Sieg finanziert in der selben Stadt lediglich Wohnungen mit einem Grundpreis von 7 € pro Quadratmeter.

Der Quadratmeterpreis der hier von den Geflüchteten gefordert wird, entspricht dem Durchschnittlichen Mietspiegel der Millionenstadt Frankfurt am Main. Ja selbst im benachbarten Köln sind Quadratmeterpreise von über 15 € nur in bester Lage zu finden.

Die stellvertretende Vorsitzende der Bornheimer Flüchtlingshilfe bezeichnete die geforderten Preise der Stadt Bornheim als „Skandal“ und als Hindernis für die Integration (Link).