Berliner Bezirk Neukölln ist weiter Aktionsfeld militanter Faschisten.

In der vergangenen Nacht hat es zwei weitere Brandanschläge auf linke bzw. antifaschistisch engagierte Menschen in Berlin-Neukölln gegeben. Die Autos des Rudower Buchhändlers Heinz J. Ostermann und von Ferat Kocak, Mitglied des Bezirksvorstands DIE LINKE Neukölln, wurden angezündet.

Bereits im Dezember 2016 und im Januar 2017 gab es Angriffe gegen Ostermann: Einmal wurden die Schaufensterscheiben seines Buchladens „Leporello“ zerstört, ein anderes Mal sein vorheriges Auto angezündet. Ostermann engagiert sich seit Jahren gegen Rassismus und Faschismus.

Auch bei Ferat Kocak ging in der Nacht sein Auto in Flammen auf: „Heute Nacht gegen 3 Uhr haben Nazis einen Anschlag auf mich und meine Familie verübt. Wir schliefen keine 3 Meter von der Brandstelle und ich wurde zum Glück vom hellen Feuer wach, so daß ich meine Eltern ins Freie geleiten konnte”, so Kocak auf seiner Facebook-Seite.

Kocak und die Linkspartei Neukölln werten den Anschlag als versuchten Mord. „Der Brandanschlag gegen Ferat Kocak war versuchter Mord. Es ist ein Skandal, dass Polizei und Staatsanwaltschaft keine Ergebnisse vorzuweisen haben. Der infrage kommende Täterkreis ist seit Monaten bekannt und trotzdem fühlen sich die Nazis so sicher, dass sie immer neue Anschläge begehen.“, so die Partei in einer Pressemitteilung.

Bereits in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Brandanschläge, Sachbeschädigungen und Übergriffe durch Faschisten in Neukölln.

Laut der Berliner Innenverwaltung soll es in Neukölln allein im Jahr 2016 80 registrierte Straftaten von Faschisten gegeben haben.