Weil der Anteil an Ausländern unter den Bedürftigen überwiegt, werden zunächst nur noch Deutsche aufgenommen.

Die Essener Tafel hat sich entschieden, in nächster Zeit Bedürftige ohne einen deutschen Pass abzulehnen.  Dies soll solange geschehen, „bis die Waage wieder ausgeglichen ist“, so der Vorsitzende Jörg Sartor.

Der „Ausländeranteil“ sei zu hoch

Tatsächlich sind in Deutschland Menschen mit Migrationshintergrund aber doppelt so stark von Armut bedroht wie Menschen mit deutschem Hintergrund. Auch viele Geflüchtete nehmen die Tafel als Angebot, sich ohne große finanzielle Mittel mit dem Nötigsten einzudecken, wahr. Ein Kartensystem regelt, wer bei der Tafel aufgenommen wird. Die Essener Tafel vergibt rund 1600 solcher Karten und unterstützt damit nach eigenen Angaben 6000 Nutzer, da Familien jeweils nur eine Zugangskarte benötigen. Dabei hat jede/r das Recht, sich anzumelden, der/die Hartz IV, Wohngeld, BAföG oder eine Grundsicherung erhält, und wird nach Kapazitäten aufgenommen – bisher.

„Geschubse und Gedrängel“

Herr Sartor beschreibt gegenüber der waz ein weiteres Problem: „„Wenn wir morgens die Tür aufgeschlossen haben, gab es Geschubse und Gedrängel“. Der Schluss, den die Verwaltung der Tafel nach Überlegungen zog, war, dass Ausländer für die Unruhen verantwotlich seien. Unabhängig davon zeigt die Situation der Essener Tafel: Es gibt in Deutschland einen Bedarf an kostenloser Grundversorgung, den private Initiativen wie die Tafeln nicht zu decken vermögen. Nun konkurrieren Bedürftige um Lebensmittel – ein Konflikt, dessen Last in Essen zunächst MigrantInnen tragen müssen.