Summen in Millionenhöhe wurden zweckentfremdet.

Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst sorgte seinerzeit bis zu seinem Rücktritt 2014 für Schlagzeilen, als er sein Pfarrhaus für rund 30 Millionen Euro hatte sanieren lassen – mit Geldern der Kirche, versteht sich. Die Kirchensteuer spielte dabei nur eine kleine Rolle, verschwindend geringe 2,5 Millionen Euro Steuergelder seien verwendet worden. Stattdessen sei undurchsichtig erwirtschaftetes Eigenkapital des „Bischöflichen Stuhls“ verwendet worden. Nun wird bekannt: Für Zockereien mit amerikanischen Immobilienprojekten wurden im oberbayerischen Bistum Eichstätt rund 50 Millionen Euro veruntreut. Der verantwortliche Finanzdirektor ist mittlerweile inhaftiert.

An Sozialabgaben gespart
Das Erzbistum Freiburg wird rund 160 Millionen Euro nachzahlen müssen. Dort sind Sozialabgaben für geringfügig Beschäftigte in den Kirchengemeinden fast zwei Jahrzehnte lang nicht rechtmäßig gehandhabt worden.  Der zuständige Diözesan-Finanzchef wurde von seinen Aufgaben entbunden. Er wird zukünftig den Posten des Direktors für Umwelt, Energie und Arbeitsschutz bekleiden.

Es mangelt an Kontrollinstanzen
Dass Beträge in solchen Höhen an den Augen zahlreicher Finanzaufseher und Vermögensverwaltungsräte vorbeigeschmuggelt wurden, scheint schwer vorstellbar. Tatsächlich ist es aber ein großes Problem, dass Bistümer zuweilen selbst bestimmen, durch wen und wie ihre Finanzen kontrolliert werden. So wurden bisher viele Finanzdirektoren in erster Linie durch sich selbst beaufsichtigt. Es gibt in Deutschland Bistümer, die schon lange externe Prüfer beauftragen und transparente Finanzberichte erstellen lassen. Solange es aber keine einheitliche, verpflichtende Regelung gibt, werden sie wohl in der Minderheit bleiben.