Der Verein wehrt sich gegen angedrohte Sperre.

Emotionalität spielt im Fußball eine große Rolle. Jeder Fan wünscht sich gute Stimmung im Stadion – gern mit FreundInnen und einem Bier in der Hand. Doch der Sport wird immer wieder auch Schauplatz der Aggressionen zwischen verschiedenen Fangruppen und Ausdruck unterschiedlicher politischer Statements.

So auch im April 2017. Die beiden Viertligisten FC Energie Cottbus und der SV Babelsberg 03 stehen sich auf dem Rasen gegenüber, eine Partie, die von vornherein als „Hochsicherheitsspiel“ gewertet wird. Grund dieser Annahme sind vor allem politische Fankulturen: während sich der SVB’03 und viele seiner AnhängerInnen als links, weltoffen und antirassistisch positionieren gilt die Szene des FC Energie als fragwürdig rechtsoffen. Vor allem Hooligan-Gruppen wie die mittlerweile aufgelöste „Inferno Cottbus“ sorgen für Aggressionen und rechte Sprechchöre im Stadion.

Als das Spiel läuft ertönen von Cottbuser Seite Rufe wie: „Zecken, Zigeuner und Juden – Babelsberg 03“, Hitlergrüße werden sichtbar. Babelsberg reagiert mit „Nazischweine raus!“. Auf beiden Seiten qualmt Pyrotechnik. Die Stimmung ist gereizt und aggressiv.

Jetzt – beinahe ein Jahr später werden konkrete Konsequenzen gezogen. Im Falle des SV Babelsberg 03 verlangt der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) eine Strafzahlung in Höhe von 7000 Euro befristet bis zum 14. Februar diesen Jahres. Sollte der SVB’03 diese nicht begleichen, droht eine Spielsperre.

Doch der Verein verweigert sich. Die Begründung: Ein Urteil wegen des Abbrennens von Pyrotechnik nehme man in Kauf, nicht aber die Rufe der Fans, die als Reaktion auf die rassistischen Fangesänge des FCE ertönten. Die Gleichsetzung mit den Cottbuser Rufen von Seiten des NOFV wird scharf kritisiert – Babelsberg zweifelt an der Neutralität des Verbandes und möchte in die nächste Instanz gehen: der Fall soll vor dem Gericht des Deutschen Fußball-Bund (DFB) diskutiert werden (Link).