Nach Schulmassaker in Parkland entwickelt sich eine SchülerInnenbewegung

Es war der Tropfen, der das Fass voll Blut zum Überlaufen brachte: am 14. Februar erschoss der 19-jährige Nikolas Cruz an seiner ehemaligen Schule, der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland (Florida, USA) 17 Menschen – 14 Schüler und drei Erwachsene. Ausgehend von der Schule entwickelt sich nun eine Protestbewegung gegen die Waffengesetzgebung und die Lobbyorganisation „NRA“ (National Rifle Association / Nationale Gewehr-Vereinigung).

Kriegswaffen

Der Täter von Parkland setzte für den Angriff in der Schule eine amerikanische Kriegswaffe vom Typ AR-15 ein. Laut verschiedener Medienberichte soll er psychisch erkrankt sein. Gleichzeitig lassen Analysen seiner Profile in sozialen Netzwerken darauf schließen, dass es sich um einen faschistischen Waffennarr handelte. Er bezeichnete sich als „Professional School Shooter“ und sprach Drohungen gegen Muslime, Schwarze und Antifaschisten aus.

Widerstand der SchülerInnen

Im Anschluss an das Massaker kam es zu zu öffentlichen Protesten von SchülerInnen, die sich spontan unter dem Motto „Never Again MSD“ zusammenschlossen.

Eine Rede der Schülerin Emma Gonzalez verfielfältigte sich in den sozialen Medien viral. Darin griff sie v.a. Präsident Donald Trump und seine Verbindungen zur Waffenlobby NRA an: „Wenn der Präsident mir ins Gesicht sagt, dass das eine schreckliche Tragödie war (…) und dass man nichts tun kann, frage ich ihn, wie viel Geld er von der National Rifle Association bekommen hat“. Sie fügte hinzu: „Ich weiß es: 30 Millionen Dollar.“

Die NRA setzt sich in den USA vehement für das Recht ein, dass jeder Mensch eine Waffe tragen darf. Dafür baut sie zahlreiche Verbindungen zu Politikern auf und finanziert ihre Wahlkämpfe

Trumps Antwort

Derweil versucht US-Präsident Donald Trump, der öffentlichen Aufmerksamkeit eine Wende zum Vorteil der Waffenindustrie zu geben. So schlug er vor, mehr bewaffnete Polizisten in der Nähe von Schulen zu postieren sowie Lehrer zu bewaffnen. Und Floridas Gouverneur Scott kündigte an, Polizisten an jede öffentliche Schule zu entsenden. Während des Amoklaufs von Parkland mit 17 Toten stand ein bewaffneter Polizist vor der Schule, der nicht eingeschritten war.

Erste Erfolge

Die schnelle Reaktion und Organisierung der SchülerInnen führte dazu, dass sie landesweite Medienaufmerksamkeit gewinnen konnten. Nach einem NRA-Boycottaufruf kündigten mehrere Unternehmen an, besondere Förderprogramme und Rabattaktionen für Mitglieder der Waffenlobby-Organisation zu beenden.

Dies führte auch zu Angriffen durch faschistische Verschwörungstheoretiker. So wurden Schüler wie Cameron Kasky als „Schauspieler“ bezeichnet. Seine Antwort: „Sie haben sich mit der falschen Schule angelegt. Douglas [seine Schule] ist voll von tausenden von Führern (…) Führer, die auf richtige Art und Weise in Aktion treten, Führern, die eine Welt wiederaufbauen werden, die uns gegenüber versagt hat.“

Für den 24. März wird nun eine große Demonstration unter dem Motto „March for our Lives“ in Washington und anderen Städten geplant. Sie richtet sich vor allem gegen den enormen politischen Einfluss der Waffenlobby NRA. Weitere Proteste sind am 14. März und 20. April geplant.