Delegation trifft fundamentalistischen Großmufti

Am Montag den 5.3. flogen neun Vertreter der ‚Alternative für Deutschland‘ (AfD) nach Syrien. Sie wollen sich selbst ein Bild von der „Lage vor Ort“ und den „Wiederaufbauarbeiten“ machen – und Männer wie den geistlichen Ahmad Badr al-Din Hassoun treffen. Er rief unter anderem zu Selbstmordanschlägen in Europa auf.

Beim Krieg live dabei

Die AfD berichtet live per Twitter. Der AfD-Abgeordnete Christian Blex postet Bilder von eingestürzten Wohnungen, zerstörten Häusern und provisorisch eingerichteten Krankenhäusern. Acht Männer in Anzug und Krawatte begleiten ihn und lächeln nett in die Kamera. Für Blex ist Syrien nur „ein bisschen zerstört“. Außerdem würden sie in Syrien ihren Kaffee selber zahlen im Gegensatz zu den geflüchteten SyrerInnen in Berlin.

Makaber: Das mittlerweile weltbekannte Ost-Ghota liegt keine 5 Kilometer vom Hotel der AfD-Delagation entfernt. Bereits an ihrem ersten Besuchstag wurden 85 Menschen von der syrischen und russischen Armee getötet.

Treffen mit dem Großmufti

Zu Beginn ihrer Syrienreise treffen sich die faschistischen Politiker mit Großmufti Ahmad Badr al-Din Hassoun. Er ist der ranghöchste Geistliche der Muslime in Syrien. Blex kommentierte auf Twitter: „Hassoun… Ruft Syrer in Deutschland zur Rückkehr auf. Würde d. Aufruf auch von Berlin aus machen! Frau Merkel, laden Sie ihn doch mal zu sich ein.“

Aber Hassoun ist nicht der friedliche religiöse Führer Syriens, der die SyrerInnen in ein friedliches Syrien zurück holen möchte.

Als der Bürgerkrieg in Syrien ausbrach, der sich gegen den Präsidenten Assad richtete, forderte er seine Anhänger auf, zu Märtyrern in Palästina, Europa und Amerika zu werden, wenn die ersten Bomben auf Syrien fallen würden. „Ich wende mich an die Europäer und Amerikaner: Wir haben Selbstmordattentäter, die in Euren Ländern bereitstehen, wenn ihr Syrien oder den Libanon bombardiert“, so der Großmufti Hassoun damals.

Hassoun ist auch selbst direkt verantwortlich für tausende Tötungen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat zwischen den Jahren 2011 und 2015 insgesamt 13.000 Hinrichtungen in dem Militär-Gefängnis von Sednaja feststellen können. Als Großmufti musste Hassoud jede einzelne Hinrichtung unterschreiben und genehmigen. Von der AfD wird er nun als Symbol des Friedens und der Gemeinschaftlichkeit dargestellt.