Ca. 50 Aktivisten aus dem Umfeld „Netzwerk Kampagnen für Solidarität mit Kurdistan“ sind dem Aufruf des „World Action Day for Afrin“ nachgekommen und besetzten gestern, am Morgen des 23.03.18, die Helikopter-Fabrik „Leonardo-Finmeccanica“ im italienischen Benevento

Um auf die militärischen Deals zwischen Italien und der Türkei aufmerksam zu machen, trafen sich am vergangenen Freitag AktivistInnen aus der Umgebung von Benevento, darunter auch aus Neapel, und drangen in die Fabrik „Leonardo-Finmeccanica“ ein. Dabei zündeten sie Pyrotechnik in den kurdischen Farben gelb, rot, grün und rollten eine Riesen-Flagge in den gleichen Farben auf, dazu Transparente mit den Sprüchen: „Stop bombing Afrin – Erdogan Terrorist“ und „Genug Waffen für den Diktator Erdogan! Italien, Komplize des Massakers in Afrin“. Einige Aktivisten trugen zudem die in Deutschland zum Teil verbotenen Flaggen der YPG/YPJ und des kurdischen Führers Öcalan und hielten Bilder mit den flüchtenden Menschen aus Afrin hoch.

„Italien ist Komplize von Erdogan. Jegliche Unterstützung und militärischen Lieferungen müssen gestoppt werden. Die Besatzung und das Massaker in Afrin müssen gestoppt werden“, skandierte ein Aktivist durch ein Mikrophon in Richtung der Firmenmitarbeiter, nachdem diese den Aufruhr bemerkt haben und aus der Fabrik herausgekommen waren. Leonardo-Finmeccanica, heute „Leonardo“ und ehemals „AgustaWestland“, ist ein italienischer Hersteller von Hubschraubern und Kleinflugzeugen, der über einen Technologietransfer an das türkische Militär an an der Produktion des Helikopter des Typs „Agusta A129 Mangusta“ (auch „AW129“) beteiligt ist.

Die Protestaktion dauerte einige Stunden an, trotz des Eintreffens diverser Sicherheitskräfte. Obwohl die Polizei handgreiflich wurde und einige Personen Richtung Ausgang schubste, blieben die AktivistInnen friedlich. „Diese Aktion dient dazu, die Schande und Unrechtmäßigkeit dieses Unternehmens, in dem der italienische Staat der größte Partner ist, zu verurteilen. Dieses Unternehmen beliefert eine Armee, die nun seit zwei Monaten zusammen mit islamistischen Banden Syrien überfällt. Genauer gesagt den Kanton Afrin, in dem überwiegend Kurden wohnen. Sie bombardieren und massakrieren tausende Zivilisten und auch Milizen der YPG und QSD (freie demokratische Armee Syriens)“, tönt es weiterhin durch das Mikrophon.

Einige Fernsehsender hatten sich ebenfalls vor den Toren der Fabrik versammelt, um die Protestaktion zu filmen. Nachdem der Sprecher der AktivistInnen ein Interview für die Presse gegeben hatte, zogen sie sich zurück. Die Aktion reiht sich in den „World Action Day for Afrin“ ein, der heute am 24. März stattfand und zu weltweiten Solidaritätsbekundungen aufrief. Dabei geht es in erster Linie um die Forderungen, die militärische Invasion der Türkei in Syrien und die finanzielle Unterstützung Erdogans zu stoppen und auf Freiheit und Selbstbestimmung für Afrin zu dringen.