Mehr als 60 Prozent der Menschheit drohen bis 2050 Engpässe in der Wasserversorgung

In Kapstadt ist das Thema Wasserknappheit bereits seit Jahren allgegenwärtig. Seit Monaten wird hier über die „Stunde Null“ geredet. Der Tag, an dem der Millionenmetropole in Afrika das Wasser ausgehen wird. So wie den Menschen in Kapstadt könnte es schon in wenigen Jahren einem großen Teil der Menschheit gehen.

Seit Monaten versucht die Stadtverwaltung von Kapstadt den Verbrauch von Trinkwasser zu reduzieren. Dies geht soweit, dass in den vergangenen Monaten eine tägliche Höchstgrenze für Wasserverbrauch eingeführt wurde. So darf jede/r EinwohnerIn nur noch maximal 50 Liter Wasser am Tag verbrauchen. Danach steigert sich der Wasserpreis um ein Vielfaches.

Mit etwas Glück könnte Kapstadt die „Stunde Null“ damit ein weiteres Jahr hinaus zögern. Wenn nicht, dann würden alle Wasserleitungen gesperrt werden und die rund 4,5 Millionen EinwohnerInnen müssten sich ihr Wasser an 200 einzurichtenden Verteilpunkten abholen. Diese würden dann durch Polizei und Militär vor Plünderungen geschützt werden.

Laut der Organisation „WaterAid“ müssen heute mehr als 830 Millionen Menschen mindestens 30 Minuten laufen, um an sauberes Trinkwasser zu gelangen. Die Versorgung habe sich zwar insbesondere in Indien und China deutlich verbessert, 60 Prozent der Menschheit lebt jedoch in Regionen, in denen bereits jetzt oder in näherer Zukunft der Bedarf mit Trinkwasser nicht mehr zu decken sei, so WaterAid (Link).

Die UN arbeitet weiter an ihrem gesteckten Ziel, bis zum Jahr 2030 alle Menschen mit Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen zu versorgen. Realistisch scheint dieses Ziel unterdessen nicht, denn laut einem aktuellen UN-Bericht drohen bis 2050 fünf Milliarden Menschen Engpässe bei der Wasserversorgung in mindestens einem Monat im Jahr (Link).

[paypal_donation_button align=“left“]