Berlin: 25.000 Menschen demonstrierten gegen steigende Mieten und Verdrängung

Trotz Regens versammelten sich bereits am Potsdamer Platz tausende Menschen, die einem Aufruf von mehr als 200 Initiativen und Organisationen folgten. Alle Altersgruppen waren vertreten, Menschen waren allein, mit ihrer Familie oder mit ihren NachbarInnen gekommen. Nachdem sich der Demonstrationszug in Bewegung gesetzt hatte, kamen immer mehr Personen hinzu. Auf Plakaten und Transparenten waren Forderungen wie „Für bezahlbare Mieten – das ist unsere Stadt“, „Die Häuser denen, die sie brauchen“ oder „Nein zu Verarmung, zu Verdrängung, zu Rassismus“ zu lesen.

In Berlin steigen seit Jahren die Mieten. Allein in den letzten 10 Jahren um 76%. Der Trend geht weiter nach oben. Schon jetzt können sich viele Menschen ihre Wohnungen nicht mehr leisten. Ähnliche Entwicklungen gibt es auch in vielen anderen Städten. Die immer dringlicher werdende Frage des Wohnraums zeigt sich auch in der großen Beteiligung an der Demonstration. Die VeranstalterInnen waren von etwa 4.000 Menschen ausgegangen. Diese Zahl wurde mit über 20.000 Menschen um ein Vielfaches übertroffen.

Die Route, die vom Potsdamer Platz aus Richtung Kreuzberg bis nach Schöneberg verlief, führte an einigen markanten Punkten vorbei, wie beispielsweise der „Mall of Berlin“, bei deren Bau die ArbeiterInnen Kämpfe um ihre Löhne und Arbeitsbedingungen führten, oder der Zentrale der SPD, die als langjährige Regierungspartei mitverantwortlich für die Wohnungssituation gemacht wurde. Die Demonstration endete mit einem Abschlussfest und Sonnenschein vor den – von Verdrängung bedrohten – Jugendzentren „Potse“ und „DrugStore“.