Zahlreiche Unternehmen planen Auszahlungskürzungen

Betriebsrenten konnten bisher ArbeiterInnen oft die Sicherheit geben, sich nicht auf die staatliche Rente verlassen zu müssen und – wie hunderttausende RentnerInnen momentan – in Altersarmut zu leben. Grundsätzlich hat jeder und jede ArbeiterIn einen Anspruch auf solch eine Altersversorgung, aber gerade für ArbeiterInnen im Niedriglohnsektor sind sie kaum lohnenswert, da sie nachträglich versteuert werden. Nun müssen Zehntausende um ihre Betriebsrente bangen, denn mindestens zwei Pensionskassen sind im Begriff, die künftigen Auszahlungen zu senken.

Niedrige Zinsen und hohe Lebenserwartung

Schuld für die Schieflage seien in erster Linie die AnspruchnehmerInnen selbst, immerhin steigt die Lebenserwartung kontinuierlich. Da Betriebsrenten lebenslang ausgezahlt werden, belastet das die Kassen. Auch niedrige Zinssätze verhindern ein lukratives Anlegen und Vermehren der Beiträge. Es sei nun der letzte Ausweg, die Renten zu kürzen.

In einem solchen Fall ist an sich der Arbeitgeber verpflichtet, die Differenz zwischen eigentlicher und tatsächlicher Auszahlung zu begleichen. Experten räumen ein: Das gilt nur, wenn der Arbeitgeber zahlungsfähig ist und noch existiert.

Konsequenz: Betriebe werden Rentenkassen los

Tendenziell verkaufen viele Unternehmen ihre Betriebskassen. Die Prudentia beispielsweise verwaltete Betriebsrenten von C&A-ArbeiterInnen, dann würde die Kasse verkauft an die Frankfurter Leben, eine Unternehmensgruppe. Deren Tagesgeschäft es ist, Lebensversicherungen aufzukaufen und gewinnbringend zu verwalten.