Neues Schiff ist Teil einer Aufrüstungsinitiative

China hat am Sonntag seinen ersten, selbst gebauten Flugzeugträger auslaufen lassen. Das noch namenlose Schiff habe laut chinesischer Staatsmedien von Dalian aus zu umfassenden Seetests abgelegt. Die chinesischen Behörden hätten Schiffe angewiesen, das Seegebiet südöstlich von Dalian bis Freitag zu meiden.

Der Bau eines eigenen Flugzeugträgers stellt einen wichtigen Schritt in den Bemühungen Chinas zur Aufrüstung seiner militärischen Kapazitäten sowie zur Modernisierung seiner Rüstungsindustrie dar. Bislang verfügte die chinesische Marine nur über den Flugzeugträger „Liaoning“, der noch aus alten Beständen der Sowjetunion stammte und 2012 an Peking verkauft worden war. Während der 315 Meter lange neue Flugzeugträger voraussichtlich im Jahr 2020 in Dienst gestellt werden soll, gehen Chinas Ambitionen schon weiter: Laut Medienberichten plant das Land aktuell den Bau eines atombetriebenen Flugzeugträgers, der für längere Zeiträume auf See bleiben kann.

Die Aufrüstung von Chinas Marine steht im engen Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um Inselgruppen im Südchinesischen Meer, die sowohl von China als auch von Vietnam, den Philippinen und Malaysia beansprucht werden. Erst kürzlich hatte China laut Medienberichten erstmals Raketensysteme auf den Spratly-Inseln errichtet, nachdem es in den vergangenen Jahren bereits künstliche Inseln in der Region aufgeschüttet hatte.

Durch das Seegebiet führt die weltweit wichtigste Schiffhandelsroute, durch die jährlich Waren im Wert von über 5 Billionen US-Dollar transportiert werden. Die Schaffung eines militärischen Verteidigungsrings auf See stellt für China außerdem ein wichtiges strategisches Ziel dar, um für einen möglichen Krieg in der Region vorbereitet zu sein. Chinas Rivalen in der Region sind gleichzeitig Verbündete der USA.