Stiftung „Off Road Kids“ warnt vor Kürzungen im Hilfesystem

In Deutschland wird sich die Anzahl an sehr jungen Obdachlosen in den kommenden drei Jahren voraussichtlich von aktuell 40.000 auf über 100.000 mehr als verdoppeln, warnt die „Off Road Kids“- Stiftung.

Allerdings werden die meisten unsichtbar bleiben: Viele tauchen als „Sofahopper“ bei Bekannten unter und überleben in „verdeckter Obdachlosigkeit“. Die Dunkelziffer sei groß.

Besonders hart treffe es 80.000 Heimkinder, mahnen die bundesweit tätigen Streetworker, die im April den 5000. jungen Menschen von der Straße geholt und dauerhaft untergebracht haben.

»Die Jugendämter sind finanziell definitiv am Abgrund, das spüren unsere Streetworker auf der Straße«, so Stiftungsgründer Mathias Seidel. Dies werde sich insbesondere in deutschen Metropolen zeigen.

Besonders gefährlich sei diese Situation für obdachlose Frauen, sagt Benthe Müller, Leiterin der Hamburger Streetwork-Station von Off Road Kids: „Mädchen und jungen Frauen drohen auf der Straße nicht nur lebensbedrohliche Infektionen und der gesundheitliche Verfall, sondern vor allem ungeplante Schwangerschaften zur völligen Unzeit.“