Knapp 130 Organisationen hatten zum „MIETENmove“ aufgerufen

Berlin, Leipzig, Göttingen, Düsseldorf, Nürnberg oder auch Stuttgart – seit Wochen protestieren Menschen bundesweit gegen den Mietwahnsinn, diesen Samstag ging es auch in Hamburg auf die Straße. Ein Bündnis aus rund 130 Gruppen, Initiativen, Vereine, Verbände, soziale Einrichtungen und Kultureinrichtungen hatten zur Demo am Samstag aufgerufen – gekommen sind rund 8.000 Menschen.

Beim MIETENmove zog eine Vielfalt von betroffenen Menschen aus verschiedenen Stadtteilen durch die Stadt – von Wohnungslosen, über MieterInnen, bis hin zu Bauwagen-BewohnerInnen und Gewerbetreibenden.

Die Demonstration begann um 13 Uhr am Spielbudenplatz. Zunächst zog sie Richtung Schanzenviertel, dann die Feldstraße hoch Richtung Gänsemarkt, den Jungfernsteig entlang zum Rathaus und schlussendlich über die Mönckebergstraße zum vom Abriss bedrohten City-Hof.

Tausende protestieren gegen hohe Mieten

Wir waren am Samstag zusammen mit Tausenden beim #Mietenmove auf der Straße, um für eine soziale und solidarische Wohnraumpolitik zu demonstrieren. Zeit zu handeln, lieber Hamburger Senat!

Gepostet von Hinz&Kunzt am Montag, 4. Juni 2018

„Das bedingungslose Vertrauen des Senats in den Markt hat sich als falsch erwiesen“, sagt Christina Zeh, aktiv bei „Pro Wohnen Ottensen“. „Auch die vor drei Jahren eingeführte Mietpreisbremse ist nichts mehr als ein zahnloser Tiger.“

Marco Alexander Hosemann, aktiv im SprecherInnenrat des „Netzwerks Recht auf Stadt“ Hamburg resümiert: „Mit dem MIETENmove haben wir ein deutliches Zeichen gesetzt. Den Gewinninteressen von Investor*innen und Immobilienbesitzer*innen müssen deutliche Schranken gesetzt werden! Die Stadt muss aufhören, Grundstücke an profitorientierte Unternehmen zu verscherbeln. Die im Besitz der Stadt befindliche SAGA muss ihrer sozialen Aufgabe gerecht werden, sie muss bezahlbaren Wohnraum sichern und neuen Wohnraum am Bedarf orientiert schaffen!“

Laut Bündnis sind die nächsten Aktionen bereits in Planung – unter anderem eine Konferenz der Stadtteile im Herbst dieses Jahres.

In ganz Deutschland wird der Unmut über steigende Mieten laut. Am 14. April diesen Jahres gingen in Berlin rund 25.000 Menschen gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn auf die Straße. Nun hat auch Hamburg ein Zeichen gegen „Mietwahnsinn“ gesetzt.