Kunstaktion provoziert und wird abgebrochen

Das Kunstfestival „Biennale Wiesbaden“ will provozieren und schafft das auch. Am vergangenen Montag wurde in Wiesbaden eine rund vier Meter große goldene Statue des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf dem Platz der Deutschen Einheit aufgestellt. Das diesjährige Festival läuft unter dem Motto „Bad News“.

Zuvor wusste niemand, was für eine Statue dort von den KünstlerInnen der Biennale aufgestellt und enthüllt werden sollte. Es hieß nur es werde eine „menschenähnliche Skulptur“ sein. Um so größer das Erstaunen, dass es sich dann um den türkischen Präsidenten handelte (Link). Dieser herrscht in der Türkei quasi alleine mit diktatorischer Macht.

Bereits kurz nach der Enthüllung der Statue kam es zu ersten spontanen Protesten von AnwohnerInnen und PassantInnen gegen die Statue. Schnell kam es auch zu Beschädigungen der Statue und zu Auseinandersetzungen zwischen Erdogan-AnhängerInnen und zahlreichen GegnerInnen. So musste die Statue von der Polizei abgeschirmt und beschützt werden.

Die Stimmung heizte sich dabei so auf, dass den KuratorInnen der Biennale Sätze wie „Wenn hier Blut fließt, sind Sie schuld daran“ um die Ohren flogen.

Am Dienstagabend erregte sich die Stimmung rund um die Statue dann nochmals. Schließlich räumte eine Hundertschaft der Polizei den Platz um die Statue und die Feuerwehr transportierte die Statue gegen 22.45 Uhr ab (Link).

Die Statue sei abtransportiert worden, um weiterhin für die Sicherheit und Ordnung zu garantieren, hieß es aus von der Stadt Wiesbaden. Eigentlich sollte die Statue noch bis zu drei Monaten auf dem Platz der Deutschen Einheit aufgestellt bleiben.