Amerikanische Zeitungen wehren sich gegen Anfeindungen von US-Präsident Trump

Zeitungen und Nachrichtenredaktionen aus allen Teilen der USA wehren sich mit einer Reihe von Leitartikeln gegen Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump. Dieser beschuldigte immer wieder die Medien, dass sie „Fake News“, also Falschnachrichten produzieren und verbreiten würden. Besonders regierungskritische Medien wurden von ihm sogar als „Feinde des Volkes“ betitelt (Link).

Nun reagierte der Boston Globe mit dem Aufruf, sich öffentlich gegen diese Angriffe von Trump zu stellen. Rund 350 Zeitungen und Medienhäuser sollen dem Appell am vergangenen Donnerstag gefolgt sein. Darunter sowohl große Zeitungen wie die New York Times oder die Chicago Tribune, aber auch zahlreiche kleinere Lokalzeitungen.

Der Boston Globe rief in seinem Leitartikel dazu auf: „Der schmutzige Krieg gegen die freie Presse muss aufhören.“. Die New York Times warnte davor, dass im Jahr 2018 einige der schärfsten und schändlichsten Attacken auf Medienvertreter von Regierungsmitarbeitern ausgehen würden: „Es ist absolut richtig, Medien für tatsächliche Fehler zu kritisieren, aber Journalisten als ‚Volksfeinde‘ zu bezeichnen, ist gefährlich, Punkt. “ Die Times forderte deshalb dazu auf, JournalistInnen für richtige Arbeit zu loben und für Fehler ebenso zu kritisieren.

„Unsere freie Presse stützt die Rechte von Bürgern unterschiedlichster politischer Standpunkte“, heißt es etwa auch in einer Stellungnahme der „Newspaper Publishers Association“, die 100 lokale Tageszeitungen in Washington repräsentiert. Es sei an der Zeit, dass auch Trump dieses grundlegende und zentrale demokratische Konzept anerkenne und unterstütze, so die Vereinigung (Link).

Es stellten sich jedoch auch zahlreiche Medien gegen diese koordinierte Aktion. Man dürfe keine gezielte Kampagne gegen den Präsidenten organisieren, so die Kritiker.

Mittlerweile hat auch Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf die Kampagne der Journalisten reagiert: „Die Fake News-Medien sind die Oppositionspartei. Das ist sehr schlecht für unser großartiges Land … aber wir gewinnen!“