Über zwei Milliarden Geräte sind betroffen

Viele Smartphone-Nutzer wünschen sich, dass Internet-Giganten nicht alles über einen erfahren. So schalten einige zum Beispiel bei der App „Google Maps“ gerne die Funktion ab, die Standortdaten speichert. Wie eine Recherche von Associated Press ergeben hat, umgeht Google jedoch diese eigene Richtlinie systematisch.

Demnach sendet Google in mehreren Apps automatisch zeitgestempelte Standortdaten ohne Nachfrage – auch wenn der Standortverlauf pausiert. Google speichert beispielsweise die aktuelle Position, wenn man lediglich die „Google Maps“-App öffnet. Selbst bei einigen Suchanfragen, die nichts mit dem Standort zu tun haben, werden genaue Ortsangaben im Google-Konto gespeichert. Dies gilt sowohl für die zwei Milliarden Android-Geräte weltweit, als auch für diejenigen I-phone-NutzerInnen, die mit Google-Apps arbeiten.

Bereits letztes Jahr stellte die Wirtschaftsnachrichtenseite Quartz fest, dass Google Android-Nutzer verfolgte, indem es die Adressen von nahegelegenen Mobilfunkmasten erfasste, selbst wenn alle Standortdienste ausgeschaltet waren.

Hintergrund dieser ortsbezogenen Verfolgung ist unter anderem die Verbesserung des Anzeigengeschäfts. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz hier um 20% auf 95,4 Milliarden US-Dollar. Auf einem Google Marketing Live-Gipfel im Juli enthüllten Google-Führungskräfte ein neues Tool mit dem Namen „lokale Kampagnen“. Dieses benutzt Standortdaten, um genauestens zugeschnittene lokale Werbekampagnen durchzuführen.