Das Scheitern in nackten Zahlen

Seit dem Jahr 2010 wird der griechische Staat nur mit Hilfe von internationalen Krediten vor der Staatspleite bewahrt. Am 20. August endete das letzte „Hilfsprogramm“ für Griechenland, nun muss der griechische Staat sich und seine Schulden selbst finanzieren. Das Land steht nach acht Jahren erzwungener „Reformen“ katastrophal da. Das Scheitern in 5 nackten Zahlen:

  • Die griechische Wirtschaft ist um 35% geschrumpft. Im Jahr 2008, vor der Krise, betrug das griechische Bruttoinlandsprodukts noch 356,16 Mrd. €. Im Jahr 2018 sind es nur noch 226,77 Mrd. €.
  • Die Staatsverschuldung hat sich um 75% erhöht. So lag diese im Jahr 2007 bei rund 100% des Bruttoinlandsprodukts. 2009 waren es bei Krisenausbruch etwa 120%, heute ist sie auf rund 176% des BIPs angestiegen.
  • Die Arbeitslosigkeit hat sich verdoppelt. Heute sind noch immer sind 20% der Menschen erwerbslos. Das ist zwar weniger als zur Hochzeit der Krise im Jahr 2013, als 27,5% aller Griechen erwerbslos waren. Jedoch ist der Rückgang auch auf einen Anstieg von Teilzeitjobs und Auswanderung zurück zu führen. Vor der Krise lag die Arbeitlosenquote bei „nur“ 10%. Auch die Jugendarbeitslosigkeit hat sich verdoppelt. Lag sie vor der Krise schon bei hohen 22%, sind es heute 43% der jungen Griechen.
  • Die Aufwendungen für den griechischen Sozialstaat sind um rund 70% gekürzt worden. Nur damit ist zu erklären, dass der griechische Staatshaushalt dieses Jahr einen Überschuss von 0,8% erwirtschaftete.
  • Das durchschnittliche Einkommen fiel um durchschnittlich ein Drittel.

Steht denn nun, 8 Jahre nach Beginn der „Hilfskredite“, die finanzielle Eigenständigkeit an? Das ist unwahrscheinlich. Ein Tilgungsplan – also der Plan, bis alle Schulden abgezahlt sein werden – besagt, dass sie erst bis zum Jahr 2059 getilgt sein werden. Solange kann es keine finanzielle Souveränität geben.

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