Studie wertet Zeitraum von 1946 bis 2014 aus

Laut einer Studie der katholischen Kirche wurden in den letzten Jahrzehnten 3.677 Kinder durch katholische Geistliche missbraucht. Dies ist bereits jetzt – vor der für den 25. September geplanten Veröffentlichung – bekannt geworden.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat für die Studie 38.000 Personal- und Handakten aus 27 deutschen Diozösen ausgewertet: Insgesamt 1.670 Kleriker sollen in den Jahren 1946 bis 2014 rund 3.700 – überwiegend männliche – Kinder vergewaltigt haben. Da die Zahlen als konservative Annahme gelten, geht man von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus.

Die Täter wurden oft an einen anderen Ort versetzt, ohne der neuen Gemeinde von den Missbräuchen zu erzählen. Ein Drittel musste sich einem kirchenrechtlichen Verfahren unterstellen. Die Sanktionen oder Bestrafungen wurden entweder unterlassen oder fielen minimal aus.

Ähnliche Vorwürfe in den USA

In anderen Ländern sieht es nicht anders aus. So ermittelt zur Zeit der Generalstaatsanwalt Josh Shapiro im US-Bundesstaat Pennsylvania in zahlreichen Fällen sexueller Übergriffe auf Kinder durch katholische Priester. Dort werden 300 Priester beschuldigt, in den letzten 70 Jahren mehr als 1.000 Kinder missbraucht zu haben, auch hier wird von einer höheren Dunkelziffer ausgegangen. Nach den Vorwürfen in Pennsylvania im August wurde der Hashtag auf Twitter #churchtoo schon mehr als 12.000 mal geteilt. Dort berichten Opfer von eigenen sexuellen Übergriffen durch Kleriker. Auch in Deutschland ist der Hashtag schon angekommen.