Seit dem tödlichen Sturz eines Journalisten ruhen die Räumungsarbeiten der Polizei in dem besetzen Wald größtenteils.

Während der seit einer Woche anhaltenden Belagerung des besetzten Hambacher Forstes durch mehrere tausend Polizisten und der gewaltsamen Räumung der Baumhäuser, ist gestern Nachmittag ein Journalist von einer Hängebrücke gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Er verstarb noch auf dem Weg ins Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.

Der junge Journalist hatte laut Angaben der AktivistInnen schon seit längerem die Besetzungen begleitet und das Leben der AktivistInnen dokumentiert.

Als Reaktion auf den Tod wurden die meisten Arbeiten und Räumungen durch die Polizei und RWE vorerst unterbrochen. Dies geschah auf Anweisung des NRW-Innenministers Herbert Reul (CDU). „Wir können jetzt nicht einfach so weitermachen.“ so Reul. Wie lange die angekündigte Unterbrechung der Räumung dauern wird ist ungewiss. Laut einem Artikel des Spiegel forderte Reul die BesetzerInnen auf, die Besetzung freiwillig zu beenden und den Wald zu verlassen, „damit nichts passiert“.

In einem Statement der BesetzerInnen wird die Situation bei der der Mann starb wie folgt beschrieben:

„Ein Freund, der uns seit längerer Zeit im Wald journalistisch begleitet hat, ist heute von einer über 20 m hohen Hängebrücke in Beechtown gefallen und gestorben. Zu dem Zeitpunkt wurde von Polizei und RWE versucht das Baumhausdorf zu räumen. Das SEK war gerade dabei einen Aktivisten in der Nähe der Hängebrücke festzunehmen. Der Mensch war anscheinend auf dem Weg dorthin, als er stürzte.“

Bereits wenige Stunden vor dem tödlichen Ereignis veröffentlichte der Arbeitsbühnenvermieter Gerken, von dem zahlreiche der durch die Polizei eingesetzte Hebebühnen im Wald stammen, eine Erklärung, in der der Polizeieinsatz und die Zusammenarbeit mit der selben „nicht weiter tragbar“ sei. Das Unternehmen betonte zudem, dass es nichts von dem Einsatz gewusst habe und nun alle Geräte stilllegen werde (Link).