Früher hätte das Hungersnot bedeutet

„Alles vertrocknet und braun, was eigentlich grün sein sollte!“ – so beschrieb der Astronaut Alexander Gerst Anfang August Mitteleuropa und Deutschland aus dem Weltall. Und tatsächlich war der Sommer 2018 der wärmste nach dem Jahrhundertsommer 2003. Laut Meteorologen würde dies ohne internationalisierte Produktion für den Nordosten Deutschlands eine Hungersnot bedeuten.

Zweitheißester Sommer

Laut der Auswertung des Deutschen Wetterdiensts lag der bundesweite Temperaturdurchschnitt für Deutschland mit 19,3 Grad Celsius um rund 3,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenz-Periode 1961 bis 1990. Somit war der Sommer 2018 der zweitheißeste seit Beginn der regelmäßigen Messungen im Jahre 1881. Spitzenreiter bleibt 2003 mit 19,7.

Er war auch der Zweittrockenste: Der Sommer 2018 brachte mit rund 130 Litern pro Quadratmeter nur 54% seines Solls von 239 Litern. Trockener war nur der Sommer 1911 mit 124.

Hungersnot ohne Importe

Dabei gibt es gibt regionale Unterschiede: Für Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Berlin/Brandenburg war es sogar der heißeste Sommer seit Wetteraufzeichnungen. Ohne die internationalisierte Produktion, die gigantische Importe ermöglicht, würde der Nordosten Deutschlands jetzt unter einer Hungersnot leiden, sagt Jörg Riemann. Der Chefmeteorologe der „Wettermanufaktur“ in Tempelhof hatte die Wetterdaten der Region ausgewertet und in Archive geschaut. Dort fand er fürs Jahr 1540 Berichte über eine ähnliche katastrophale Dürre, durch die das Essen knapp wurde.

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