„Junge Alternative“ prahlt mit Schießtraining in Köln

„Heute haben Mitglieder der JA BV Köln unter fachkundiger Anleitung von Franz Pesch, Sprecher des AfD-Rhein-Erft-Kreises, einen herrlichen Tag auf dem Schießstand verbracht. Drei verschiedene Waffen konnten getestet werden, deren Kugeln meistens das Ziel trafen….“ so heißt es auf der Facebook-Seite der AfD-Jugendorganisation in Köln.

Dazu sind auf der Seite passende Bilder veröffentlicht, auf denen vier AfD-Nachwuchspolitiker zu sehen sind, wie sie mit ihren Zielscheiben posieren. Das Ganze sei eine „Mordsgaudi“ und eine „sehr hilfreiche Lehrveranstaltung“ gewesen. Es sei wichtig, auch mal „eine echte Waffe in der Hand“ zu haben.

Der AfD-Kreisvorsitzende Franz Pesch diente dem Partei-Nachwuchs als Schiesslehrer. Gegenüber dem Stern spielte Pesch den Vorgang herunter. Das Schießen sei nur Teil eines „Wandertags“ gewesen, „nicht mehr“. Er selbst sei „für die Sicherheit verantwortlich“ gewesen. Auf Nachfrage sagte er der Zeitschrift, dass die Aktion „unter Umständen eine einmalige Geschichte“ sei. So einmalig scheint diese Geschichte nun aber doch nicht zu sein, denn der Jugendverband lädt gleich Anfang November zum nächsten Schießtraining ein. Auch von einem „Wandertag“ ist dort nichts zu lesen. Lediglich von einem „herrlichen Tag auf dem Schießstand“.

Ganz anders bewertet auch Klaus Lober vom antifaschistischen Bündnis „Köln gegen Rechts“ die Situation: „Mitglieder des Jugendverbandes einer rechtsextremen Partei lassen sich an Schusswaffen ausbilden, ihr Fraktionsvorsitzender im Bundestag ruft zur Jagd auf politische Gegner auf.“, so Lober. „Damit ist die Grenze vom Jugendverband zur Wehrsportgruppe überschritten. Dies stellt eine Gefahr für Leib und Leben dar und verlässt jeglichen Rahmen einer legalen politischen Partei. Wir werden nicht zulassen, dass die Hetze der AfD jetzt bewaffnet in die Tat umgesetzt wird.“ (Link).

Das Bündnis macht zudem darauf aufmerksam, dass es in Köln bereits in der Vergangenheit immer wieder organisierte Schießübungen von Faschisten gab, die den „Krieg fürs Vaterland“ üben wollten.

Wenige Tage nachdem dies öffentlich wurde, schoss ein AfD-Anhänger nach einer Wahlkampfveranstaltung der Partei in Regensburg mit einer Schreckschusspistole auf GegendemonstrantInnen.

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