Der plötzliche Wintereinbruch hat in den letzten Tagen mindestens drei Todesopfer gefordert. In Düsseldorf, Köln und Hamburg erfroren obdachlose Menschen – alle stammten wahrscheinlich aus Osteuropa.

  • In Düsseldorf wurde am Sonntag ein 45-Jähriger leblos auf dem Bahnhofsvorplatz aufgefunden. Der aus Polen stammte Mann hatte in Deutschland keinen festen Wohnsitz. Das Obdachlosenmagazin FifftyFiffty kritisierte deshalb in einer Erklärung den erschwerten Zugang von Menschen aus anderen EU-Ländern zu den Notschlafstellen.
  • Auch in Hamburg verstarb am Sonntag eine obdachlose Frau, die ebenfalls aus Polen stammt. Wie das Magazin Hinz&Kunzt berichtete, hätten die 43-jährige Johanna und ihr Partner keine Aussicht auf eine Wohnung gehabt und von Jahr zu Jahr mehr getrunken. Für Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer muss der Kältetod ein „Weckruf“ sein: Es darf nicht sein, dass Menschen in Hamburg verelenden und keine Hilfe erhalten.“ Die Notschlafstätten in der Stadt öffnen erst am 1. November. Im letzten Jahr wurde zudem im Hamburger „Winternotprogramm“ denjenigen, die aus Osteuropa kommen, der Schlafplatz verwehrt.
  • Am Montagfrüh wurde auch in Köln ein lebloser Mensch in einem Park im Stadtteil Ehrenfeld entdeckt. Auch hier wird von einem Kältetod ausgegangen. Der Park in der Nähe des Bürgerzentrums ist als „Arbeiterstrich“ bekannt. Hier versuchen ArbeiterInnen aus Osteuropa als Tagelöhner anzuheuern.

Seit 1991 bis Anfang 2017 sind nach Schätzungen der „Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.“ (BAG W) in Deutschland mindestens 289 Menschen im Winter erfroren. Die Zahl beruht dabei auf einer Schätzung, bei der verschiedene Quellen ausgewertet wurden, unter anderem Medienberichte. Die Bundesregierung führt weder eine offizielle Statistik zu Kälte-Toten, noch zur – eigentlich einfach ermittelbaren Anzahl – vollstreckter Zwangsräumungen oder zur Anzahl von Obdachlosen insgesamt. Besonders die CDU/CSU-Fraktion wehrt sich dagegen.