Saudi-Arabien gab hunderttausende Pfund für die Reisen von britischen Abgeordneten auf die arabische Halbinsel aus

Reisen im Wert von 208.000 Pfund

Seit dem Einmarsch saudischer Truppen in den Jemen 2015 organisierte und bezahlte Saudi-Arabien regelmäßig Reisen britischer Abgeordneter im Wert von 208.000 Pfund. Dabei soll es sich um Reisen von mindestens 33 britischen Abgeordneten handeln.

Für Saudi-Arabien sind diese Reisen eine Priorität, um die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen zu Großbritannien stabil zu halten (Link).

Kleine Geldgeschenke an britische Politiker

Auch erhielten viele hochrangige Politiker kleine Geschenke. So soll der britische Außenminister Philip Hammod eine Uhr im Wert von 1.950 Pfund von einem saudischen Scheich bekommen haben. Andere Minister und Abgeordnete erhielten vergoldete mit Diamanten besetzte Buchstützen und Essenskisten im Wert von einigen hundert Pfund. Ein Teil der Minister akzeptierte die Geschenke, nahm sie aber nicht persönlich entgegen (Link).

Trotz diplomatischer Krise

Saudi-Arabien ist international erneut in scharfe Kritik geraten, als der saudische Journalist Jamal Khashoggi plötzlich verschwand und im saudischen Konsulat in der Türkei getötet wurde. Zudem führt Saudi-Arabien seit 2015 einen völkerrechtswidrigen Krieg im Jemen mit unzähligen Opfern und Menschenrechtsverletzungen. Den engen Beziehungen westlicher Staaten zu der Monarchie tut das aber keinen Abbruch.

Auch US-Präsident Donald Trump stellte klar, dass die Ermordung des Journalisten die Beziehungen zu Saudi-Arabien nicht ernsthaft belaste und auf keinen Fall die Waffenlieferungen an das Land betreffen werde. Aus London wird ein ähnliches Verhalten erwartet.