RWE bereitet Rodungen vor und zieht Zaun und Graben um den Hambacher Forst

Am gestrigen Dienstag wurde das vorerst letzte bestehende Baumhaus im Hambacher Forst durch Sondereinsatzkräfte der Polizei geräumt. Zunächst war die Polizei von 50 bis 60 Baumhäusern in dem besetzten Waldstück in der Nähe von Köln ausgegangen. Bis gestern Abend räumte die Polizei jedoch mindestens 78 Baumhäuser. Damit sei der Räumungseinsatz der Polizei zunächst abgeschlossen, so eine Sprecherin der Polizei Aachen (Link).

Bereits zuvor hatten Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE damit begonnen, den Wald mit Draht abzusperren, einen breiten und tiefen Graben um den Wald zu graben und einen Erdwall aufzuschütten. „Wir werden es nicht dulden, dass Leute – nachdem die Räumung ja heute abgeschlossen wird – da eindringen und den Wald wieder besetzen“, so RWE-Sprecher Guido Steffen.

Das Energieunternehmen will den gesamten Waldkomplex von rund 200 Hektar wie beschrieben einfrieden und das Gebiet großflächig mit Hilfe von Lichtmasten ausleuchten. Zudem sollen eigene Sicherheitskräfte eingesetzt werden, um das erneute Eindringen von Kohle-GegnerInnen in den Wald zu verhindern. Wer den Wald nach der fertig gestellten „Einzäunung“ noch betrete, soll von RWE wegen Hausfriedensbruchs angezeigt werden.

RWE befindet sich zur Zeit in der Vorbereitung, mindestens die Hälfte des noch bestehenden Teils vom Hambacher Forst zu roden. „Aber wir sagen nicht, wann wir beginnen“, so der RWE-Sprecher. Zur Zeit liegt noch eine Klage des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) beim Oberverwaltungsgericht in Münster vor, die sich gegen die Rodung richtet. Demnach soll sie gegen geltendes europäisches Naturschutzrecht verstoßen. Das Gericht will am 14. Oktober über die Klage entscheiden (Link).

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