Mindestens 812 Millionen Menschen leiden an Hunger

Während auf der einen Seite Berge an Lebensmitteln täglich vernichtet werden, müssen fast eine Milliarde Menschen an Hunger leiden. Das hat der diesjährige Welthunger-Index (WHI) erneut festgestellt. Die Zahl von Menschen mit akutem Hunger stieg um 50% innerhalb von zwei Jahren.

Der aktuelle Welthungerindex

Der Welthungerindex wird von der Organisation „Welthungerhilfe“ berechnet. Er setzt sich zusammen aus Daten zur Unterernährung allgemein, Unterernährung nur bei Kindern und Daten zur Kindersterblichkeit. Dabei werden allerdings nur 119 der weltweit 194 Länder untersucht.

In ihrem aktuellen Bericht sieht die Welthungerhilfe eine „gravierende“, „sehr ernste“ oder „ernste“ Situation in 51 der 119 untersuchten Länder: „Besonders dramatisch ist die Lage in der Zentralafrikanischen Republik, wo es seit 2000 keine Verbesserung gab. Mit einem WHI-Wert der Kategorie “gravierend” bildet das Land weltweit das Schlusslicht im Index. Sechs Länder – Tschad, Haiti, Madagaskar, Sierra Leone, Jemen und Sambia – weisen “sehr ernste” Werte auf. 45 der 119 untersuchten Länder des Welthunger-Index fallen in die Kategorie “ernst”.“ In Ländern wie Libyen oder Syrien konnten keine Daten berechnet werden.

Akuter Hunger steigt um 50% in zwei Jahren

Besonders schlimm sei die Situation von 124 Millionen Menschen, die unter akutem Hunger leiden. Vor zwei Jahren waren dies noch 80 Millionen Menschen – ein Anstieg also um über 50%. Vor allem Kinder leiden unter den Auswirkungen: „Rund 151 Millionen Kinder weltweit weisen Wachstumsverzögerungen auf und 51 Millionen Kinder leiden unter Auszehrung“, so der Bericht.

Zwar seien die Werte zur Hungersituation seit dem Jahr 2000 weltweit um 28% gefallen, doch insgesamt zeige der Trend wieder in eine negative Richtung: „Der diesjährige Welthunger-Index offenbart eine beunruhigende Kluft zwischen den tatsächlichen Fortschritten bei der Bekämpfung von Hunger und Unterernährung und jenen, die zu deren Beseitigung und zur weiteren Linderung menschlichen Leids erforderlich wären“, so die Welthungerhilfe.

„Aufruf zum Handeln“

Der diesjährige WHI sei laut Welthungerhilfe nicht nur „ein erneuter Aufruf zum Handeln gegen Hunger, Flucht und Vertreibung“. Er sei auch „ein dringender Appell zur Wiederbelebung der Menschlichkeit im Umgang mit der erschütternden Tatsache, dass – in einer Welt des Überflusses – nach wie vor die Menschenrechte von Millionen Bedürftigen verletzt werden, die jeden Abend hungrig zu Bett gehen müssen.“