Erst sollten Orts- und Landesverbände, die zu offen rechte bis faschistische Meinungen vertraten, aufgelöst werden – nun gleich die gesamte Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA)

Man wolle ansprechend sein für junge Menschen und dies ginge nicht, wenn die Organisation und ihre Gliederungen vom Verfassungsschutz beobachtet und regelmäßig durch rechte Skandale erschüttert würde. „Die rechtsradikalen Umtriebe in der JA haben ein Maß erreicht, das der AfD schadet“, sagt etwa JA-Vizechef Nicolai Boudaghi.

Auch der Bundesvorstand der AfD will sich am kommenden Montag erneut mit den Skandalen in der eigenen Jugendorganisation befassen: „Es gibt die Möglichkeit, die JA oder einzelne Landesverbände von der AfD abzulösen“, äußerte sich Partei-Vize Georg Pazderski gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bereits jetzt werden drei Landesverbände der Jugendorganisation durch den Verfassungsschutz beobachtet, weitere könnten bald folgen. Dazu gehören Niedersachen (wurde bereits für aufgelöst erklärt), Bremen und Baden-Württemberg.

„Leider sind diese Versuche einem Radikalisierungsprozess zum Opfer gefallen, der insbesondere in den letzten Monaten noch einmal erheblich an Fahrt aufgenommen hat.“ In mehreren Bezirksverbänden seien „Parallelstrukturen mit engen Verbindungen zu der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung aufgebaut“ worden. Deshalb sei es sinnvoll, eine neue, der AfD verbundene Jugendorganisation zu gründen. So beschreibt der ehemalige baden-württembergische Landesvorsitzende Moritz Brodbeck den Zustand der Jugendorganisation in seiner Rücktrittserklärung, die er gemeinsam mit vier weiteren Landesvorstandsmitgliedern einreichte.

Auch auf der Bundesebene sollen sich nach und nach die sich selbst als „gemäßigt“ verstehenden Kräfte zurückziehen und gemeinsam mit den bisher am wenigsten offen rechts auftretenden Landesverbänden Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Hessen und Rheinland-Pfalz vermutlich eine neue Jugendorganisation gründen (Link).