Das Unternehmen Ferrero verbraucht 25% der weltweiten Haselnussproduktion. Große Mengen kommen aus Chile und werden für den weltbekannten Brotaufstrich „Nutella“ genutzt. Doch dabei werden auch in der EU verbotene Agrar-Gifte eingesetzt – mit schweren Folgen für die chilenischen ArbeiterInnen und Gemeinden.

Wie der ARD-Weltspiegel berichtet, wird in chilenischen Haselnuss-Anbaugebieten das Pestizid Paraquat eingesetzt. Es ist in der EU verboten, da es Krebs, Nierenversagen und Fortpflanzungsprobleme auslösen kann. In Chile ist es hingegen erlaubt – Haselnüsse können damit einfacher und profitabler angebaut werden.

Hauptabnehmer der chilenischen Haselnüsse ist mittlerweile AgriChile, eine Tochter-Firma des Lebensmittelkonzerns Ferrero. Die Nüsse werden tonnenweise nach Europa verschifft, wo dann auch die Haselnusscreme Nutella herstellt wird. Zuvor werden sie auf giftige Rückstände getestet, bisher konnten solche nicht nachgewiesen werden.

Ferrero dementiert – doch die Auswirkungen sind da

Der Ferrero-Konzern sagt, dass auf den chilenischen Plantagen kein Paraquat eingesetzt. Dem gegenüber stehen Recherchen des ARD-Journalisten Matthias Ebert, der ArbeiterInnen befragt hat und auch selbst auf Plantagen leere Paraquat-Behälter entdeckt hat.

Auch die Auswirkungen auf die ArbeiterInnen und umliegenden Gemeinden sprechen eine klare Sprache. So haben viele Kinder der umliegenden Schulen große Lernschwächen. Wissenschaftler bestätigen den Zusammenhang zu den Pestiziden. In dem Urin von Schulkindern wurde sogar das hochgiftige Parathion nachgewiesen, das selbst in Chile verboten ist.