Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan drohen erneut zu eskalieren. Pakistan schießt zwei indische Flugzeuge ab.

Rund zwei Wochen nach einem verheerenden Selbstmordanschlag auf die Sicherheitskräfte der paramilitärischen Polizeieinheiten CRPF in Indien mit mehr als 40 Toten scheinen die Spannungen zwischen Indien und Pakistan weiter zu eskalieren.

Als Reaktion auf den Selbstmordanschlag, zu dem sich die aus Pakistan stammende islamistische Gruppe Jaish-e-Mohammed (JeM) bekannte, bombardierte die indische Luftwaffe vermeintliche Camps der Terrorgruppe im pakistanisch verwalteten Teil Kaschmirs. Dabei soll nach indischen Angaben eine große Anzahl an Kämpfern getötet worden sein (Link).

Pakistan selbst verneint die Existenz solch eines Camps und berichtet, dass die indischen Flugzeuge abgefangen und zurück in den indischen Luftraum eskortiert worden seien. Auf dem Rückweg sei es dann zu dem Bombenabwurf ohne jegliche Schäden gekommen.

Pakistan wertet diesen Angriff als Aggression gegen sein Hoheitsgebiet und kündigte seinerseits eine angemessene Reaktion auf den Angriff an. Am Mittwoch morgen meldete dann das pakistanische Militär den Abschuss von zwei indischen Militärflugzeugen. Einer der Piloten soll sich nun in pakistanischer Gefangenschaft befinden.

„Der einzige Zweck dieser Aktion bestand darin, unser Recht, unseren Willen und unsere Fähigkeit zur Selbstverteidigung zu demonstrieren“, twitterte der pakistanische Außenministeriumssprecher Mohammad Faisal (Link).

Die Region Kaschmir ist seit Jahrzehnten umkämpft und heute unter den drei Atommächten Pakistan, Indien und China aufgeteilt, ohne dass eines der Länder die aktuellen Grenzen anerkennt. In den vergangenen Jahrzehnten haben Pakistan und Indien mehrere Kriege um die Region geführt. Gleichzeitig kämpfen in der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Region zahlreiche Gruppen für die Unabhängigkeit der Region Kaschmir. Darunter eine Reihe von islamistischen Terrorgruppen.