In Freiburg haben LandwirtInnen zum Protest schweres Geschütz aufgefahren: rund 100 Traktoren fuhren durch die Innenstadt, um gegen die Bebauung landwirtschaftlicher Flächen zu demonstrieren. Dort sollen 6.000 Wohnungen entstehen, wenn der Bürgerentscheid diese Entscheidung nicht kippt.

Fast 400 Menschen unterstützten die LandwirtInnen bei ihrem Protest gegen den Bau des Stadtteils Dietenbach. Es ist geplant, die Stadt zu erweitern, neuen Wohnraum zu schaffen. Dafür sollen etwas mehr als 6.000 Wohnungen entstehen, die – so der Plan – bezahlbaren Wohnraum für 15.000 Menschen bieten sollen.

„Auf Beton wächst kein Gemüse!“

Dagegen hat sich ein großes Bündnis gestellt und einen Bürgerentscheid veranlasst. Die „BI pro Landwirtschaft und Wald“ hat zahlreiche Kritikpunkte am geplanten Stadtteil – allem voran die „Versiegelung“ der Landschaft mit Beton, mit all ihren Folgen für Flora und Fauna, Insektensterben und den höheren Bedarf an importierten Lebensmitteln.

Auch führt die Bürgerinitiative an, dass im Gebiet eigentlich absolutes Bauverbot gelte: Es handele sich bei dem Gebiet, das vielleicht bald Dietenbach wird, um Überschwemmungsgebiet. Ob das Projekt so grün ist, wie die Stadt es bewirbt, zweifeln sie ebenfalls an: „Wie kann man vorgeben, einen „ökologischen Stadtteil“ zu planen, wenn schon im Vorfeld, bevor das Gebiet überhaupt baureif ist, mind. 416.000 (!) LKW-Fuhren Untergrundmaterial herankarren muss? Dies wird notwendig, denn das gesamte Gebiet muss mind. 3m wegen dem hohen Grundwasserspiegel aufgeschüttet werden.“.

Hoher Bedarf an bezahlbaren Wohnungen

In Freiburg ist es, wie in allen anderen größeren Städten Deutschlands, schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Projektbefürworter werben damit, dass eben solcher entstehen könnte. Tatsächlich gibt es aber noch keine verbindliche Zusage, wie viele der Wohnungen Sozialwohnungen werden. Ein Unterstützer der BI dazu: „Ausdrücklich wird das Rieselfeld [Stadtteil in Freiburg] als passendes Vorbild zum Vergleich erwähnt – hier wurden von den ehemals angestrebten 50% geförderten Wohnungsbaus gerade einmal 20% gebaut. Und heute sind nur noch weniger als 5% davon da.“.

Am 24. Februar findet der Bürgerentscheid statt.