2,1 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem und durchgängig verfügbarem Trinkwasser. 4,3 Milliarden Menschen können keine sicheren Sanitäranlagen nutzen. 

Das zeigt der Weltwasserbericht 2019 „Niemanden zurücklassen“, den die UNESCO am 19. März in Genf vorgestellt hat. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Über zwei Milliarden leben ohne sicheres Trinkwasser. Das sind fast 30 Prozent aller Menschen auf der Welt.
  • 844 Millionen müssen mindestens eine halbe Stunde täglich für die Wasserbeschaffung aufwenden oder sie haben gar keinen Zugang.
  • Über die Hälfte der Menschheit (4,3 Milliarden) kann keine sicheren Sanitäranlagen nutzen.

Die Autoren des Berichts machen zudem deutlich, dass Umweltschäden und mangelnde Wasserressourcen bis zum Jahr 2050 voraussichtlich 45 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und 40 Prozent der weltweiten Getreideproduktion bedrohen.

Europa und Nordamerika: 57 Millionen ohne Wasserleitungen

Selbst in Europa und in Nordamerika haben den aktuellsten Daten zufolge 57 Millionen Menschen keine Wasserleitungen in ihren Häusern. Das sind 5% der Bevölkerung. Auch der Zugang zu grundlegenden Sanitäranlagen bleibt 36 Millionen Menschen in Europa und Nordamerika verwehrt.

In Deutschland sieht die Lage gut aus, hier hätten fast 100% direkten Zugang zur öffentlichen Wasserversorgung und sanitären Anlagen.

„Doch wir sind Mitverursacher der großen Probleme in anderen Weltregionen“, so Ulla Burchardt, Vorsitzende des Fachausschusses Wissenschaft der Deutschen UNESCO-Kommission. Dies geschehe etwa „durch den Import von Baumwolle oder Rindfleisch, deren Herstellung teils gewaltige Wasserressourcen benötigt“.