Schlecht bezahlende Tochtergesellschaften werden zum 1. Juli aufgelöst. 13.000 ArbeiterInnen kommen dadurch zurück zum Haustarifvertrag der Deutschen Post. Doch die Einigung hat ihren Preis.

Die Deutsche Post AG und die Gewerkschaft ver.di haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Demnach sollen die 46 regionalen Tochterunternehmen (Delivery) der Deutschen Post AG zum 1. Juli aufgelöst und die dort beschäftigten 13.000 ArbeiterInnen wieder in den Mutterkonzern eingegliedert werden.

Die Deutsche Post hatte die Delivery-Ableger erst im Jahre 2015 gegründet und so die Stundenlöhne der dorthin ausgelagerten Paketzusteller von rund 20 auf durchschnittlich 12-13 € die Stunde gesenkt. Delivery-MitarbeiterInnen wurden bisher nicht nach dem Deutsche Post Haustarifvertrag, sondern den regionalen Branchentarifverträgen in den einzelnen Bundesländern bezahlt. Im Sommer 2015 hatte ver.di wochenlange Streiks gegen die Ausgliederung organisiert, die den Konzern rund 100 Millionen Euro kosteten.

Gleichzeitig kündigte die Post an, 5.000 neue ZustellerInnen einstellen zu wollen. Parallel fallen zahlreiche Stellen in der Verwaltung der ehemaligen Tochtergesellschaften weg, da diese nun wieder in die Post-Verwaltung eingegliedert wird.

Einigung hat ihren Preis

So schön sich die Einigung über den neuen Tarifvertrag verkaufen lässt, so teuer ist sie jedoch erkauft worden: Die bisher bei Delivery beschäftigten ArbeiterInnen und alle neu eingestellten ZustellerInnen werden künftig vier statt zwei Jahre arbeiten müssen, bis sie eine Lohnerhöhung bekommen. Damit will die Deutsche Post Millionen Euro an Lohnkosten einsparen.

Gleichzeitig kündigte die Post an, dass sie die Niederlassungen für das Brief- und Paketgeschäft zusammenlegen will. Dadurch würden von den bisher 50 Niederlassungen nur noch 40 übrig bleiben, hunderte Arbeitsplätze dadurch wegfallen.

Der Tarifvertrag enthält außerdem die Vereinbarung, dass es bis Ende 2022 keine betriebsbedingten Kündigungen bei der Deutschen Post geben wird.

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