Die Pfändung des Mops Edda macht aktuell weltweit Schlagzeilen. Der Hund wurde von einer verschuldeten Familie durch Mitarbeiter der Stadt Ahlen gepfändet und anschließend bei Ebay verkauft. Zuvor wurde überlegt, den Rollstuhl des querschnittsgelähmten Familienvaters mitzu nehmen – doch der gehörte der Berufsgenossenschaft. Die Stadt weist dies als „böses Gerücht“ von sich.

Selbst die amerikanische New York Times und der britische Guardian haben bereits über den Fall des Mops Edda berichtet: Im November standen ein Gerichtsvollzieher und zwei städtische Mitarbeiter der Stadt Ahlen in NRW vor der Wohnung einer bisher anonym gebliebenen Familie. Sie waren mit einem Durchsuchungsbeschluss gekommen, um wertvolle Gegenstände aus der Wohnung der Familie zu pfänden, da diese hohe Schulden hätte.

Zuerst wollten sie den Rollstuhl pfänden…

Nun begaben sich die Mitarbeiter auf die Suche nach Wertvollem: Zuerst stießen sie dabei auf den Rollstuhl des querschnittsgelähmten Familienvaters und sein Handbike. Laut Berichten der Familie wollten die Mitarbeiter diese Gegenstände pfänden. Dies sei nur deshalb nicht geschehen, da sie nicht der Familie, sondern der Berufsgenossenschaft gehörten. Damit ist wahrscheinlich, dass der Vater zuvor einen Arbeitsunfall erlitt, weshalb ihm die Genossenschaft beides zur Verfügung stellte.

Stadtsprecher Merschhaus bezeichnete die Berichte als „böses Gerücht“: „Hilfsmittel zur Sicherstellung der Mobilität von Menschen mit Behinderung sind absolut unpfändbar“, so Merschhaus.

… dann wurde Mops Edda mitgenommen.

Neben einem Laptop und einem Kaffeevollautomaten fand sich dann schließlich nur noch – der Mops Edda. Der Hund wurde gepfändet. Nach Angaben der Mutter sein die drei Kinder im Alter zwischen fünf und neun Jahren noch nicht über den Verlust ihres Haustieres hinweg: „Wie das alles abgelaufen ist, das war absolut nicht okay.“, so die Mutter gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Anschließend wurde der Mops durch einen städtischen Mitarbeiter bei Ebay zum Verkauf angeboten – für 750€. Eine Interessentin rief aufgrund des niedrigen Kaufpreises bei der hinterlassenen Nummer an und erreichte die Stadt Ahlen. Diese teilte ihr die Pfändung des Hundes mit. Trotzdem kaufte die Interessentin den Mops – ausgerechnet eine Polizistin.

Polizistin will jetzt 1.800€ von der Stadt Ahlen

Doch die Geschichte geht noch weiter: so fordert die Käuferin Eddas von der Stadt nun die Erstattung des Kaufpreises und außerdem 1.800€ Behandlungskosten. Edda sei nämlich – anders als in der Beschreibung bei Ebay angegeben – nicht „kerngesund“, sondern hätte mittlerweile vier Mal am Auge operiert werden müssen.

Die Stadt Ahlen hält sich derweil bedeckt. Der städtische Pressesprecher Frank Merschhaus erklärte nur, das Verhalten der Mitarbeiter sei „unüblich“ gewesen. Die Stadt hat mittlerweile eine Versicherung und einen Anwalt eingeschaltet. Nun wird geprüft, ob der Mops bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs krank war, ob Regressansprüche bestehen und ob der Hund auch zu geringeren Kosten hätte behandelt werden können. – Alles aus Steuermitteln versteht sich.

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