US-Präsident Trump hat in einer neuen Anordnung verfügt, dass die von amerikanischen Luftangriffen getöteten Zivilisten nicht mehr offiziell bekannt gegeben werden müssen.

Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, hatte zu seiner Amtszeit verfügt, dass Zivilisten, die außerhalb von Kriegsgebieten von US-Luftangriffen getötet werden, in offiziellen Veröffentlichungen bekannt gegeben werden müssen (Link).

Bisher galt die Regel, dass die Statistiken bis zum 1. Mai des darauf folgenden Jahres vorgelegt werden müssen. Präsident Trump hat diese Anordnung nun widerrufen. Da die USA nicht nur Luftangriffe in Syrien und Afghanistan fliegen, sondern auch Drohnen im Jemen und in Pakistan einsetzen, werden die offiziellen Zahlen nicht nur geschönt, sondern zukünftig gar nicht mehr veröffentlicht werden.

Im vergangenen Jahr ließ Trump bereits die Frist verstreichen, ohne einen Bericht zu veröffentlichen. Davon unberührt bleibt der Bericht, den das Pentagon dem Kongress jedes Jahr über getötete Zivilisten durch das US-Militär vorlegen muss.

Bereits vor der jetzigen Anordnung von Präsident Trump wurden die Zahlen von toten Zivilisten stark nach unten korrigiert, wie der britische Journalisten-Verein Bureau of Investigative Journalism in seiner Veröffentlichung von 2016 zeigte (Link).

Untersucht wurden Drohnenangriffe in Pakistan, im Jemen, Somalia und Libyen im Zeitraum von 2009 bis 2015. Der Journalisten-Verein kommt auf eine minimale Opferzahl von 380 und eine maximale Zahl von 801, die US-Regierung hingegen auf Zahlen zwischen 64 und 116 von US-Drohnen getöteten Zivilisten.

Auf der Internetseite des Bureau of Investigative Journalism kann man sich die genauen Statistiken der einzelnen Länder nach Opfern aufzeigen lassen (Link).