Seit Monaten hält er mit rund 200 Bombendrohungen die Behörden auf Trab. Nun wurde ein bekannter Faschist als mutmaßlicher Täter ermittelt.

Mehr als 200 Drohmails – unterschrieben mit „NSU 2.0“, „Nationalsozialistischer Offensive“ oder Wehrmacht – soll der nun ermittelte 30jährige Neonazi Andre M. aus dem Kreis Pinneberg bei Hamburg an Behörden und Politiker geschickt haben.

Seit Sommer 2018 haben die Botschaften, in denen meist die Explosion von Bomben in Behörden und öffentlichen Gebäuden angedroht wurde, zu hunderten Großeinsätzen und Evakuierungen geführt.

Rund ein dreiviertel Jahr und 200 E-Mails haben die Behörden gebraucht, um nun einen ersten Tatverdächtigen zu präsentieren. In den vergangenen Monaten wurden die Ermittlungen in allen Fällen zusammengeführt und von der Bundesanwaltschaft in Berlin zentral in einem Ermittlungskomplex geleitet.

In den E-Mails wurde einerseits mit deponierten Bomben gedroht und andererseits damit, „Bürger auf offener Straße zu exekutieren“.

Noch ein verwirrter Einzeltäter?

Ähnlich wie auch bei vergangenen Terroranschlägen von Faschisten wird versucht, die Taten von Andre M. zu entpolitisieren und psychische Erkrankung als Ursache für die Taten darzustellen.

Laut der Recherche-Seite EXIF ist Andre M. seit Jahren in der faschistischen Bewegung aktiv. 2008 wurde er wegen eines geplanten Sprengstoffanschlags verurteilt. 2015 erfolgte eine weitere Verurteilung wegen einer Reihe von Brandanschlägen. Zu diesen soll sich M. unter dem Pseudonym „Felix Steiner“ bekannt haben. Felix Steiner war ein Obergruppenführer und General der Waffen-SS.

Verschiedene Zeitungen berichten bereits, dass M. Psychisch labil und möglicherweise verwirrt sei.